Brustkrebs: Ein Angriff auf die Weiblickeit

Brustkrebs ist im Leben einer Frau ein einschneidendes Erlebnis. In unserem Beitrag berichtet eine Patientin über die Zeit nach der OP, in der ihr wegen Brustkrebs eine Brust entfernt werden musste und wie sie sich mit einer Silikonepithese fühlt. Unters Messer legen für einen Wiederaufbau nach der gerade erfolgten Brustamputation will sie sich nicht gleich – zunächst will sie die Behandlung abschließen und danach wird weiter überlegt. Bis dahin hilft ihr erst einmal die Prothese, an die sie sich ziemlich schnell gewöhnt hat und die ihr ein Gefühl der Selbstsicherheit zurückgibt.

Eine Brustprothese ist heutzutage aus der Versorgung nach einer Ganz- oder Teilamputation wegen Brustkrebs nicht mehr wegzudenken. Sie helfen vielen Frauen, sich wieder an ihren Körper zu gewöhnen und den Alltag ganz normal zu leben. Und die Auswahl ist groß, darunter Haftprothesen für Frauen, die sich viel bewegen, Leichtprothesen für den Sport oder auch Prothesen zum Schlafen. Rund die Hälfte der Frauen, bei denen die Brust nicht erhalten werden kann, entscheiden sich heute gegen einen chirurgischen Wiederaufbau und für die Prothese.

Interessant ist auch, dass sich der Umgang mit dem Thema Brustkrebs verändert hat: Er ist offener geworden. Statt Selbsthilfegruppen sind mehr und mehr Gespräche innerhalb der Familie, mit Freunden und dem Partner angesagt. Schwierig wird es laut der Expertin erst bei der eigenen körperlichen Akzeptanz – demnach gibt es viele Frauen, die keinen Sex mehr ohne BH haben und ihre Prothese nicht einmal zum Schlafen ablegen. Aber auch darüber wird geredet.

Jana Wagner eröffnete in Stuttgart einen Wäscheladen mit Dessous und Badeanzügen speziell für Frauen mit Brustprothesen. Das Ambiente ist einladend, und nichts erinnert im Entferntesten an ein Sanitätsfachgeschäft. Dazu die Auswahl: Mal aus weißer oder schwarzer Spitze, mal sportlich. Wagner hat zahlreiche Seminare besucht, um die Erfahrung, die ihr in der Beratung von Brustkrebspatientinnen fehlte, nachzuholen.

Der Erfinder der ersten Brustprothese aus Silikon stammt aus dem bayerischen Raubling. Amoena-Gründer Cornelius Rechenberg hatte als Tüftler und Ingenieur für Kunststofftechnik ein Ziel: Er wollte die Versorgung von Frauen nach einer Mastektomie verbessern. Heute entwickelt, produziert und vertreibt die Amoena Medizin-Orthopädie-Technik GmbH Produkte, die auf die Bedürfnisse von Frauen nach einer Brust-OP abgestimmt sind. Neben den zahlreichen Produkten, an denen weltweit rund 740 Mitarbeiter arbeiten, informiert das Unternehmen deshalb auch über ein eigenes Online-Magazin im Newsletterformat über Themen wie Mode, Gesundheit, Brustkrebs & Medizin und Psyche & Körper.

Den ausführlichen Beitrag über das Leben vor und nach Brustkrebs lesen Sie hier.