BHs (fast) wie in jedem guten Wäschegeschäft

Als ihre Mutter sich nach einer Brustamputation im Sanitätsfachgeschäft den ersten BH aussuchte, fühlte sie sich extrem unwohl. Das lag nicht etwa an den Verkäuferinnen, sondern an den Rollatoren und Bandagen im Sanitätsfachgeschäft. Das brachte Jana Wagner auf die Idee, eine kleine Marktlücke zu schließen: Sie eröffnete in Stuttgart einen Wäscheladen mit Dessous und Badeanzügen speziell für Frauen mit Brustprothesen. „Le Néné“ heißt er – der Name ist französisch und heißt umgangssprachlich „Titte“. Der Name ist neckisch gemeint und soll das Weibliche betonen, erklärt Wagner, ohne die Frauen auf ihren Busen zu reduzieren. Das Ambiente ist einladend, und nichts erinnert im Entferntesten an ein Sanitätsfachgeschäft: Dank der großen Fenster sind die Räume lichtdurchflutet, die Wände sind pastellrosa gestrichen und auch Blumen sorgen für eine schöne Atmosphäre. Dazu die Auswahl: Mal aus weißer oder schwarzer Spitze, mal sportlich. Wagner hat zahlreiche Seminare besucht, um die Erfahrung, die ihr in der Beratung von Brustkrebspatientinnen fehlte, nachzuholen. Auch ihre Mitarbeiterinnen sind entsprechend geschult. Und tatsächlich kommt der Laden so gut an, dass sogar Kundinnen aus Frankreich anreisen.