Die zwei Filter gegen das Gift

Es gibt noch eine andere Option zur herkömmlichen Hämodialyse: Statt des regelmäßigen Besuchs von Dialysezentren zur Blutwäsche, der sogenannten Hämodialyse, die im Durchschnitt dreimal pro Woche durchgeführt werden muss, gibt es die Möglichkeit der Peritonealdialyse. Hier läuft die Prozedur über das Peritoneum, das Bauchfell des Patienten. Der Betroffene bekommt einen fest implantierten Katheter und eine Spülflüssigkeit in die Bauchhöhle. Die zu filternden Substanzen wandern in die Lösungen und werden dadurch aus dem Körper entfernt. Dafür muss der Patient die Lösung täglich mehrmals auswechseln, möglicherweise auch nachts. Der Vorteil dabei: Man ist dadurch zeitlich flexibler und kann die Prozedur zuhause oder sogar am Arbeitsplatz durchführen. Dadurch wird manchem tatsächlich trotz Krankheit ein relativ normales Leben ermöglicht. Zudem muss weniger als bei der Hämodialyse auf die Trinkmenge geachtet werden und die Ernährung kann mit weniger Beschränkungen erfolgen.


Dennoch nehmen derzeit nur rund zehn Prozent der Patienten diese Option in Anspruch. Zu beachten: Die Durchschnittswartezeit auf eine Spenderniere beträgt acht bis zwölf Jahre, und nach fünf Jahren vernarbt das Bauchfell wegen der regelmäßigen Austauschprozesse. Dann kann, falls noch keine Spenderniere gefunden wurde, immer noch auf die Hämodialyse ausgewichen werden. Bis dahin jedoch wurde dem Patienten jedoch mit der Bauchfelldialyse ermöglicht, sein Leben freier und mit weniger krankheitsbedingten Unterbrechungen zu führen.


Es gibt jedoch auch Patienten, die ziehen grundsätzlich eine Hämodialyse vor. Gerade ältere Menschen zählen dazu – aber nicht nur. So geht manch Berufstätiger nachts in die Klinik zur Blutwäsche, weil ihm lieber ist, wenn die Verantwortung für die Prozedur bei der Klinik bleibt. Die individuellen Bedürfnisse der Patienten variieren und müssen von Fall zu Fall unterschieden werden. Wichtig ist jedoch zu wissen: Die Dialyse in der Klinik wird zwar bisher noch generell in rund 94 Prozent der Fälle durchgeführt, aber: Es gibt heutzutage mit der Dialyse über das Bauchfell noch eine Alternative.