Ihre Gesundheit, Ihr Körper, Ihre Entscheidung

Treffen Ärzte immer die perfekte Entscheidung für den Patienten? Inwiefern kann sich ein Patient informieren und was sollte er dabei beachten? Diese Fragen werden im Gespräch mit einem Betroffenen, der sich für die sogenannte Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) entschieden hat, und einem Nephrologen vom Vivantes Klinikum Berlin-Friedrichshain geklärt. Dass der Anteil der Bauchfelldialysen in Deutschland nur etwa sechs Prozent beträgt, hängt mit vielen unterschiedlichen Faktoren zusammen, die einem Patienten nicht sofort ersichtlich sind. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie fordert grundsätzlich, dass über alle drei Verfahren der Nierenersatztherapie – also Hämodialyse, Bauchfelldialyse und Nierentransplantation – gleichberechtigt aufgeklärt wird. Tatsächlich findet die Beratung in Krankenhäusern und Praxen nicht immer unbeeinflusst statt.

Krankenhäuser und Ärzte werden offenbar von äußeren Faktoren beeinflusst und entwickeln daraus Vorlieben für bestimmte Sachverhalte und Therapiewahlen.  So dürfen Krankenhäuser keine ambulanten Patienten betreuen. Die Ärzte in Krankenhäusern können Patienten zwar über die Therapiealternativen und -verfahren aufklären, aber rät der Arzt zu der Bauchfelldialyse, kann er seinen Patienten nicht weiter betreuen. Zudem haben Krankenhäuser nicht die Möglichkeit, ambulante Dialyse abzurechnen. Es geht also im Grunde um Wirtschaftlichkeit.

Der Patient hinterfragt oft Diagnose und Behandlung nicht und vertraut dem Arzt – und Vertrauen ist für eine erfolgreiche Behandlung auch absolut wichtig. Nur sollte der Patient sich auch nicht scheuen, Fragen zu stellen, um soviele Informationen wie möglich zu bekommen und möglicherweise eine zweite fachliche Meinung einholen. Auf Basis dieser Informationen kann dann die bestmögliche Behandlung erfolgen – denn nur, wenn der Patient über alle Optionen, die ihm zur Verfügung stehen, hinreichend aufgeklärt wird, kann er auch die für ihn bestmögliche Entscheidung treffen.