Ayurveda: Kunst, Wissenschaft und Philosophie

Das herrliche Gefühl, neu geboren zu sein – wer einmal eine Ayurveda-Kur erlebt hat, kennt es. Die ayurvedischen Prinzipien begleiten eine alternative Sichtweise, doch wir finden: Wer sich auf den eigenen Körper verlässt und die spürbare Wirkung annimmt, kann sich damit jeden Tag aufs Neue etwas Gutes tun.

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Eine alternative Sichtweise

Die Heilkunst Ayurveda ist das älteste Gesundheitssystem, das heute noch überliefert ist. Es stammt aus der vedischen Hochkultur Altindiens, die viele Jahrtausende zurückliegt. Früher wurde das Wissen nur mündlich von Generation zu Generation weitergegeben.

Ayurveda lehrt, wie man seine Gesundheit, Vitalität und Lebensfreude bis ins hohe Alter erhalten kann. Man kann Ayurveda als „die Wissenschaft vom Leben“ übersetzen. Allerdings ist das komplexe System im Gegensatz zur westlichen Medizinschule eher ein ganzheitliches Lebenskonzept.

Ganz unumstritten sind die alternativen Methoden in der westlichen Medizin nicht. Das liegt zum einen daran, dass sich viele Erfolge von Ayurveda nicht wissenschaftlich erklären lassen und längst nicht alles empirisch abgesichert ist. Zum anderen folgen die beiden Prinzipien einfach komplett anderen Weltanschauungen. Das muss nicht bedeuten, dass eines der beiden auf falschen Schlüssen basiert. Ayurveda ist einfach eine andere Sichtweise auf die Welt und menschliche Körper.

Ayurveda ist eine so flexible Wissenschaft, dass sie die Vielfalt des Lebens sogar besser widerspiegeln kann. Sie unterwirft sich jedoch nicht den strengen Regeln der beweisorientierten westlichen Medizin. Wichtig ist auch noch zu sagen: In der Alternativmedizin ist die Heilkunde aus Indien vollkommen anerkannt.

 

Der ayurvedischen Ansicht nach sollten alle Geschmacksrichtungen in jeder Mahlzeit enthalten sein. Photo by Calum Lewis on Unsplash.

Zentral im Ayurveda

Im Ayurveda sind einige Elemente von zentraler Bedeutung. Dazu gehören Pflanzenheilkunde, spirituelles Yoga, Massage und Reinigungstechniken sowie eine sehr umfangreiche Ernährungslehre. Um für diese nur ein paar Beispiele zu nennen: Der ayurvedischen Ansicht nach sollten alle Geschmacksrichtungen (süß, sauer, salzig, herb, bitter und scharf) in jeder Mahlzeit enthalten sein. Auch sollte auf eine hohe Qualität der Nahrung, eine leichte Verwertung der Speisen und die richtige Kombination der Lebensmittel geachtet werden.

Speisen, die nicht vollständig verdaut werden, hinterlassen Stoffwechselschlacken und toxische Substanzen, die die Ursachen für zahlreiche Beschwerden sein können. Reis steht als leichtes Nahrungsmittel besonders im Fokus und darf eigentlich mit allem kombiniert werden. Ein weiterer wichtiger Hinweis: Gegessen werden sollte nur, wenn man wirklich Hunger hat. Nach einer Mahlzeit sollte erst einmal drei Stunden verdaut werden. Zu warmen Gerichten gehören warme Getränke.

Es ist die Philosophie hinter Ayurveda, die uns wirklich berührt. Photo by Rubenz Arizta on Unsplash.

Ayurveda für jeden Tag

Ayurveda bietet zahlreiche Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit, die oft einfach aber wirkungsvoll sind. Außerdem helfen sie, Krankheiten vorzubeugen. Man kann sich mit wenig Aufwand ein individuelles Programm für Zuhause erstellen und damit jeden Tag etwas für sein Wohlbefinden tun. Zum Beispiel empfehlenswert sind:

Selbstmassagen

– Heißes, abgekochtes Wasser trinken (schwemmt Schlackenstoffe aus dem Körper)

Ingwer nach fettem Essen zur Verdauungsförderung

– Tägliche Yogaübungen

Meditieren

– Detox-Kuren

 

Ayurveda kann uns zu neuem Wohlbefinden, besserem Körpergefühl, Gesundheit, Schönheit und einer harmonischen psychischen Verfassung verhelfen. Allerdings steckt eine tiefere Philosophie dahinter, die nicht unterschätzt werden sollte. Doch wenn wir uns darauf einlassen, ist es wunderbar, um Stress abzubauen und neue Energie zu tanken.

 

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