Coronavirus: Wie Ältere sich und andere schützen können

Es treibt den gesamten Planeten um: COVID-19, oder auch das Coronavirus, setzt unseren Alltag derzeit außer Kraft und bereitet uns unvorstellbare Sorgen; gesundheitlich als auch wirtschaftlich. Vorerkrankte sowie Menschen im hohen Alter sind in dieser Zeit besonders angehalten, sich und dadurch auch andere zu schützen.
Vorerkrankte und Ältere sollten zurzeit alle Maßnahmen zum Selbstschutz beachten. Photo by Nick Karvounis on Unsplash.

1. Nehmt die Lage ernst!

Unser Hirn tendiert dazu, allgemein anerkannte Risiken nicht für sich selbst anzuerkennen. „Mich wird es schon nicht treffen.“ Der sogenannte Third-person-Effekt kann jedoch außerordentlich gefährlich werden, wenn sich jeder für unverwundbar hält und dadurch Risiken eingeht, das Virus weiterzutragen. Gerade in solchen Zeiten sind alle dazu aufgerufen, nicht nur an sich, sondern auch an andere zu denken.

 

2. Bleibt drinnen, helft mit, die Kurve flach zu halten!

So schwer es fällt: Meidet Kontakte und bleibt zuhause! Es klingt mittlerweile wie ein internationales Mantra, verliert aber leider nicht seine Dringlichkeit. Wer in einem Pflegeheim lebt, sollte keinen Besuch mehr empfangen. Besuche in Tagespflegestätten sollten ebenso auf ein absolut notwendiges Minimum reduziert werden. Leider muss auch der Kontakt zu Gleichaltrigen gemieden werden; auch hier besteht die Gefahr der Übertragung.

Corona-Krise: So schwer es ist, Besuche im Pflegeheim sind zurzeit nicht ratsam. Photo by Steven HWG on Unsplash.

Für viele verständlicherweise besonders schwer: Der unmittelbare Kontakt zu Enkelkindern muss unbedingt unterlassen werden und Großeltern sollten zurzeit nicht in die Betreuung einbezogen werden, auch wenn das gerade jetzt viele Probleme lösen würde. Kinder können jedoch besonders unauffällige Krankheitsverläufe haben und so eine Ansteckungsquelle darstellen. Bitte begrenzt die Zahl der Personen, die in eure Wohnung kommen, auf ein absolutes Minimum. Das ist auch eine Geste an die Jüngeren, die dasselbe für die Älteren tun!

Ja, es ist die am schwersten zu ertragende Schutzmaßnahme in diesen Zeiten und wir geben dabei grundlegende Bürgerrechte auf, aber zum Glück gibt es heutzutage ja die Möglichkeit, trotzdem in Kontakt zu bleiben, daher:

3. Pflegt eure sozialen Kontakte und bleibt mobil!

Soziale Distanz bedeutet nicht emotionale Distanz. 

Nutzt die zahlreichen Möglichkeiten wie Telefon, Internetdienste wie Skype und Whatsapp – oder vielleicht greift Ihr mal wieder zu Stift und Papier? Es ist eine schöne Gelegenheit, alte (Brief-)Freundschaften wieder aufleben zu lassen und sich bei alten Bekannten nach ihrem Befinden zu fragen. 

Und was das Enkelverbot angeht: Hier sind schon sehr viele schöne und kreative Ideen entstanden, um auch in dieser schweren Zeit beisammen zu sein .

Und auch die körperliche Mobilität sollte nicht aus dem Blick geraten; zuhause kann man schließlich auch Sport machen! Mitmachvideos gibt’s auf YouTube oder im TV als Tele-Gym, zum Beispiel im Bayrischen Rundfunk. Sendungstermine stehen im Videotext ab Seite 374. In unserer neuen Ausgabe gibt’s außerdem ein professionelles Fußyoga-Tutorial.

Wer gerne produktiv ist, kann natürlich auch die Wohnung von hinten nach vorne und von oben bis unten putzen. Und wenn man damit fertig ist!? Wieder von vorn anfangen.

 

4. Hygiene ist alles!

Ja, wir haben es alle in den vergangenen Wochen öfter gehört als den eigenen Namen, aber es bleibt dabei: Die Hände oft und gründlich waschen ist das A und O! Und zwar mindestens 20 Sekunden, weil sich die letzten Erreger erst dann richtig lösen. Genauso wichtig ist die richtige Husten- und Niesetikette. Nicht in die Hände, sondern in die Armbeuge niesen und husten, und zwar am besten in die eigene. Die Hände sollen immer möglichst sauber bleiben, da sie früher oder später doch wieder etwas anderes berühren. Außerdem sollte man sich zurzeit nicht ins Gesicht fassen, insbesondere Kontakt mit allen Schleimhäuten meiden, wie Mund, Nase, Augen.

Hilfsmittel zur gründlichen Hygiene. Photo by L N on Unsplash.

5. Desinfiziert die Hände häufig!

Wenn möglich, nutzt häufig und nicht zu sparsam Desinfektionsmittel. Da diese zurzeit häufig vergriffen sind, hört man mancherorts von DIY-Rezepten zur Herstellung von Desinfektionszeug; davon raten wir jedoch ab. Händewaschen ist am Ende sowieso effizienter.

 

6. Tragt eine Maske!

Seit Wochen hören wir, dass Atemschutzmasken weltweit ausverkauft sind und der Vorrat knapp ist. Prof. Dr. Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, und andere Expert*innen haben nun die Empfehlung gegeben, wenn möglich irgendeine Art von Stoffmaske zu tragen, da so die Ausbreitung noch weiter minimiert werden kann. Jetzt also doch DIY?! Ja, schaden kann es nicht, zumindest wenn das Tragen einer selbstgemachten Maske nicht zur Vernachlässigung der anderen Schutzmaßnahmen führt. Eine Anleitung gibt’s hier.

 

7. Lasst frische Luft rein!

Frische Luft war immer wichtig, jetzt aber erst recht. Ob zuhause oder auf der Arbeit: Achtet trotz der anhaltend frischen Temperaturen darauf, alle Räume regelmäßig und gründlich zu lüften, denn so verringert sich die Keimanzahl in der Wohnungsluft.

8. Nehmt Hilfe an!

Seid nicht zu stolz, in diesen Zeiten Hilfsangebote wahrzunehmen, ob durch die Nachbarn oder Familie, oder die Lieferangebote der Supermärkte. Das Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de hilft hier weiter; ein Zettel im Hausflur tut’s natürlich auch. Wenn jetzt jeder an jeden denkt, wird an alle gedacht sein!

 

9. Fühlst du dich selbst krank?

Wenn du dich krank fühlst, beachte bitte erst recht die notwendigen Schutzmaßnahmen: Einmaltaschentücher verwenden und nach Nutzung in dicht schließenden Müllbehältern entsorgen. Nicht zum Arzt gehen, sondern sich dort telefonisch nach dem weiteren Vorgehen erkundigen. Dasselbe gilt für Apothekengänge. Man kann sich Medikamente auch liefern oder von Nachbarn mitbringen lassen. Wann und wie man sich am besten testen lässt, erfahrt ihr hier.

 

10. Bleibt besonnen!

Das Wichtigste zurzeit: Bewahrt einen kühlen Kopf und die Sonne im Herzen! Eine positive Einstellung ist kein Luxusgut, sondern zurzeit für unsere Gesellschaft unabdingbar. Vorsicht schützt, das ist richtig – Panik hingegen hilft uns nicht weiter, sondern richtet mitunter großen Schaden an. Das zeigen nicht nur die unsolidarischen Hamsterkäufe. Auch Falschnachrichten, unkritisch weitergeleitet, richten enormen Schaden an. Daher gilt: Quellen prüfen, nur seriöse, offiziell bestätigte Fakten weiterleiten. Macht im Zweifelsfall auch die Sender*innen etwaiger dubioser Nachrichten freundlich darauf aufmerksam, welche Probleme das Teilen solcher Inhalte verursacht.

Hamsterkäufe sind nicht nur unsolidarisch, sondern sorgen auch für mulmige Gefühle. Photo by Martin Baudoin on Unsplash.