Die heilende Kraft der Musik

Klänge faszinieren und berühren Menschen. Nicht umsonst lassen sich Menschen von Musik  in den Bann ziehen. Längst haben die sogenannten obertonreichen Klänge der Klangschalen den esoterischen Rand verlassen und sprechen immer mehr Menschen im Innersten an. Wir haben uns stimmungsvolle Klangreisen und ihre harmonisierende Wirkung mal genauer angeschaut.

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Audio-Version dieses Artikels:

Tauche ein ins Universum der Klänge: Manchmal brauchen wir Zeit nur für uns und Musik. Illustration: Caren Pauli.
Zugabe: Kraft der Musik Playlist auf Spotify!

Was können Klänge?

Klangreisen können beispielsweise geführte Meditationen, Phantasiereisen oder Atemübungen sein. In jedem Fall sollen Klang und Stimme die Zuhörenden in die Tiefenentspannung führen. Ziel ist, Harmonie zu erlangen und die eigene Mitte zu finden.

Im Gegensatz zu Klangreisen enthalten Klangmeditationen keine Sprache, sondern konzentrieren sich rein auf die musikalischen Klänge. Besonders bekannt ist die Klangschale, die wir später noch genauer kennenlernen. 

Klangtherapie kann eigentlich niemandem schaden. Ein besonderes Bedürfnis danach haben kann man aber, wenn man unter Stress und Überlastung, Konzentrationsstörungen, Anspannung und Kontrollzwängen leidet oder sich oft und intensiv Sorgen macht. Wer ungern die Kontrolle abgibt oder nur schwerlich Stille aushalten kann, für den ist eine Klangtherapie häufig eine gute Übung.

Stimme und Stimmung hängen noch viel stärker zusammen, als so manch einer denkt. Photo by Magic Bowls on Unsplash.

Die Klangschalen

Klangschalen werden aus den unterschiedlichsten Metallen hergestellt, etwa Kupfer, Eisen, Blei oder Zinn, aber auch Gold oder Silber kommen zum Einsatz. Wo genau und zu welchem Zweck die Klangschalen erfunden wurden, ist nicht bekannt. Sie stammen jedoch vermutlich aus dem Himalaya und dienten im Buddhismus als Bettelschale, Opferschale und traditionelles Essgeschirr. 

Die Spieltechniken für Klangschalen bestehen im Reiben oder Anschlagen der Schale. Beim Reiben wird der Klöppel (nach einem ersten Anschlagen) kreisförmig um die Außenseite der Schale gerieben, ähnlich wie man ein bauchiges Weinglas mit einem nassen Finger zum Klingen bringen kann. Zum Anschlagen der Schale sollte diese auf einem Kissen liegen und sachte am oberen Rand mit einem Filzklöppel zum Vibrieren gebracht werden.

Die Heimat der Klangschalen ist der Himalaya. Photo by Sebastian Pena Lambarri on Unsplash.
Zwar wird Musiktherapie schon seit Jahrtausenden eingesetzt, doch erst jetzt beginnen wir zu verstehen, wie und warum sie funktioniert. Photo by Ralph Ravi Kayden on Unsplash.

Klangtherapie

Eine Form der Klangtherapie ist die Klangmassage. Hierbei werden gerne Klangschalen eingesetzt. Die Vibrationen bringen den ganzen menschlichen Körper sachte zum Schwingen, das funktioniert sogar durch die Kleidung hindurch. Klangwellen berühren und beruhigen zugleich; viele Saunen und Spas bieten Klangreisen oder -massagen an. Am besten probiert man es einfach mal aus! Sehr oft werden die mentale Neupositionierung und die positiven Gefühle mit in den Alltag genommen. Wir reduzieren uns in solchen Momenten auf das Wesentliche – den Klang, den wir hören – und können so endlich unseren inneren Dialog abschalten und Stille in uns finden.

Klangreisen funktionieren ähnlich, hier kommen verschiedene Instrumente mit heilsamen Obertonbereichen zum Einsatz, etwa Zimbeln, Stimmgabeln, Gongs, Regenmacher, Klangschalen und -stäbe, Trommeln, Rasseln oder auch die menschliche Stimme. Klänge sollen hier in ihrem gesamten Spektrum unmittelbar auf den menschlichen Körper wirken. Sie gelangen auf direktem Weg in die rechte Gehirnhälfte, die primär für die menschlichen Emotionen verantwortlich ist. Die linke Gehirnhälfte, welche den Alltagsstress plant und durchdenkt, wird somit eingeladen, ein wenig zur Ruhe zu kommen und der menschliche Geist kann sich den ruhigen Schwingungen im Raum voll hingeben. Im besten Fall entsteht im Kopf die Gewissheit: Alles wird gut.

Klangschalen gibt es in den verschiedensten Größen und Formen. Photo by Magic Bowls on Unsplash.

Genau wie in anderen Meditationen auch ist der Atem ein wichtiges Schlüsselelement zur Entspannung. Er bildet eine Brücke zwischen Äußerem und Innerem und beeinflusst unmittelbar unseren Gemütszustand. In tiefster Entspannung atmen wir tiefer und langsamer als sonst. Wir sollten dem Atem am Anfang der Reise bewusst Beachtung schenken und ihn schließlich einfach fließen lassen.

Eine weitere Form der Musiktherapie kann das Singen darstellen. Hier wird das bewusste Atmen so oder so zum Pflichtteil. Aber auch sonst hat Singen viele gute Auswirkungen auf unseren Körper, sowohl alleine als auch in einer Gruppe. Falsches Singen gibt es nicht! Hauptsache, wir genießen die Variationen, die wir bewirken können und die Töne, die aus uns fließen und die Luft zum Schwingen bringen. Wer bei Trauer oder Einsamkeit schon einmal begonnen hat zu singen, wird sicher bestätigen können, dass es wahre Wunder bewirken kann. Denn Stimme und Stimmung hängen noch viel stärker zusammen, als so manch einer denkt.

Musik ist Balsam für die Seele. Photo by Magic Bowls on Unsplash.

Heilende Kräfte

Doch wieviel Einfluss hat Musik wirklich auf uns? Sind Gerüchte, dass Musik heilende Wirkung besitzen kann, esoterischer Nonsens oder wissenschaftlich fundiert? Tatsache ist, dass die Forschung hier noch völlig in den Kinderschuhen steckt. Allerdings kann der Einsatz von Musik so oder so nicht schaden. Viele Krankenhäuser setzen mittlerweile auf einen Mix aus Medikamenten und Musik – und erzielen bemerkenswerte Erfolge mit dieser Behandlungsmethode. Zwar wird Musiktherapie schon seit Jahrtausenden eingesetzt, doch erst jetzt beginnen wir zu verstehen, wie und warum sie funktioniert.

So haben Forschungen bei 42 Proband*innen gezeigt, dass sich die Blutgefäße um bis zu 26 Prozent vergrößern, wenn man ein Lieblingslied hört, sich jedoch um 6 Prozent verengen, wenn Musik gespielt wird, die überhaupt nicht gefällt. Unser Blut kann also besser zirkulieren, wenn wir für uns angenehme Musik hören und so bestätigten die Forschungen, dass Musik je nach Geschmack und unabhängig vom Genre heilsam sein kann. Eine andere Studie zeigte, dass die Regenerationsphase nach einer sportlichen Aktivität am effektivsten ist, wenn dabei entspannende Musik gehört wird – denn diese normalisiert den Cortisol-Spiegel am schnellsten wieder.

Die Harfe ist eins der ältesten Instrumente. Photo by Ronald Rivas on Unsplash.

Als Instrument mit am besten geeignet zur Regeneration scheint übrigens eins der ältesten Instrumente überhaupt: die Harfe. Das Instrument ist sanft und klangvoll zugleich und das Besondere an ihr ist, dass sie bis zu 50 Saiten und keinen Klangkörper hat. Nicht nur die angeschlagene Saite, sondern auch die benachbarten schwingen mit und all diese Schwingungen werden von unserem Körper wahrgenommen.

Im 11. Jahrhundert wurde von einem italienischen Mönch eine Tonlehre erfunden, die auf Italienisch Solfeggio oder auf Französisch Solfège genannt wird. Sie besteht aus sechs Tönen, die auf bestimmten Silben gesungen werden und deren Frequenzen besondere Wirkungen auf den menschlichen Körper haben. Die Solfeggio-Frequenzen entspannen uns zutiefst und ihnen werden heilsame Kräfte nachgesagt. Zwar sind diese wissenschaftlich nicht belegt, doch zumindest die 528-Hz-Frequenz ist nachweislich in der Lage, beschädigte DNA-Strukturen zu reparieren – wow!

Kitty, schnurr für mich. Photo by Joppe Spaa on Unsplash.

In jedem Fall helfen die beruhigenden Klänge beim Einschlafen, Entspannen oder zur Konzentration. Du findest Songs mit diesen Frequenzen auch in der Playlist, die wir als Zugabe zu diesem Artikel erstellt haben.

Übrigens – Katzenliebhaber wussten es schon lange, doch nun gibt auch die Wissenschaft den Lieblingen recht: das Schnurren von Katzen liegt ebenfalls auf einer heilsamen Frequenz und begünstigt somit sogar das schnellere Zusammenwachsen von Knochenbrüchen.


Genug gelesen, jetzt willst du endlich mit eigenen Ohren hören, was an all dem dran ist? Wie versprochen haben wir als Extra für diesen Wohlfühl-Abo-Artikel eine Playlist auf Spotify erstellt, zu der du entspannen, meditieren oder dir einen wohlverdienten Wellness-Tag gönnen kannst. Für das volle Musikerlebnis genieße die Playlist über Kopfhörer oder eine gute Stereoanlage.

HIER geht’s zur Kraft der Musik Playlist von LEBENLANG.

Ein kleiner Wegweiser: die Playlist beginnt mit den Solfeggio-Frequenzen, geht weiter über andere Lieder zur Entspannung und Meditation und wandert etwa nach 10 Songs weiter gen fernen Osten – mit chinesischen und japanischen Klängen, herrlich geeignet für die Entspannungsphase nach einem Saunagang etwa. Auch zwei vergnügte Stücke (“A Tayal Folk Song” und “The Flower of Hsin-Jang”) sind dabei. Nach 20 Tracks tauchen wir ein in die Welt der Klangschalen – lasst euch in den Sound fallen. Es folgen ein paar Harfenstücke und ein kleiner Exkurs ins Universum des Jazz. Am Ende dieser Playlist schnurrt garantiert jedes Herz!

 

Tipp: Geschmäcker sind verschieden, vielleicht gefällt dir nicht alles. Wenn dir ein Song besonders zusagt, kannst du auf das Song-Radio gehen, so erhältst du ähnliche Vorschläge.