Gute Vorsätze für ein besseres Leben

Gute Vorsätze fürs neue Jahr sind Fluch und Segen. Aber so ganz kommen wir davon meistens doch nicht los. Wie wir im kommenden Jahr uns selbst und gleichzeitig der Umwelt ganz einfach Gutes tun können, erfahrt ihr in diesem Artikel. Und denkt dran: Seid nicht zu streng mit euch!

Audio-Version dieses Artikels:

Happy New Year! Photo by Kristopher Roller on Unsplash.

Eines ist sicher: Wir haben ein turbulentes Jahr hinter uns. Sicher sind uns durch die Corona-Pandemie viele andere wichtige Dinge untergegangen. Besonders die Jugendbewegung Fridays for Future, längst von Menschen aus allen Generationen unterstützt, weist daraufhin, dass die Klimakrise sich nicht von einer Pandemie beeindrucken lässt und fordert weiterhin politische Konsequenzen und eine verantwortungsvollere Klimapolitik.

Aber was können wir selbst tun, jede*r Einzelne von uns? „Mülltrennung und weniger Auto fahren“ – wir können es alle nicht mehr hören, oder? Wenn du nach konkreten Ideen suchst, wie du dem Klima weniger zur Last fallen kannst und dich gleichzeitig nach einem bewussteren und entschleunigten Leben sehnst, dann können diese guten Vorsätze eine Anregung für dein 2021 sein!

Manche der folgenden Anregungen lassen sich leicht in den Alltag integrieren, andere beinhalten eine völlig neue Denkweise und sind ganz sicher nicht über Nacht umsetzbar – darum geht es ja auch nicht. Wir meinen: Mit guten Vorsätzen sollte man eh nicht so streng sein, sondern sie als Inspiration für ein besseres Leben sehen!

1. SELBST MACHEN

Es ist immer wieder überraschend, wie glücklich es macht, selber Dinge herzustellen. Der gelungene Kürbiskuchen, die neu gestrickten Socken, das selbst gezimmerte Regal. Und genauso ist es mit eigenen Pflanzen! Wer die Möglichkeit zu einem eigenen Nutzgarten hat, kann sich eigenes Gemüse ziehen, doch selbst auf einem Balkon ist so manches möglich! Ein schöner Nebeneffekt an der Arbeit im Freien ist, dass die Bewegung an der frischen Luft so gut tut. Und wenn die Zucchini-Ernte doch zu viel war, um sie auf einen Schlag verwerten zu können? Einkochen liegt wieder richtig im Trend! 

Auch bei unserer Kleidung muss die Eigenkreation nicht Halt machen. Wer selbst bestimmen will, welchen Kragen der nächste Pulli hat oder wie eng die Ärmel sein sollen, der hat sicherlich viel Freude beim selber Nähen oder Stricken – was aufgrund seiner meditativen und gesundheitsfördernden Wirkung sogar in den USA von Ärzten empfohlen wird.

Natürlich können wir nicht alles selbst machen! Doch es gibt ja auch ein immer größeres Angebot für nachhaltige Mode. Denn den wahren Preis für unsere schnelllebige Billigmode zahlen am Ende die kommenden Generationen. Auch ein Kleidertausch mit den engsten Freundinnen kann wahnsinnigen Spaß machen!

2. VON MANCHEM ETWAS WENIGER

Viel ist gut, und mehr ist mehr. Aber tatsächlich sind wir in einer Zeit des Überflusses angekommen, in der es ein Privileg sein kann, weniger zu haben. Denn weniger ist mehr. Mehr Überblick, mehr Zeit, mehr Ruhe. Minimalismus ist im Kommen. Auch die Lektüre eines schönen Digitalmagazins ist aus Sicht der Umwelt einem Hochglanzmagazin vorzuziehen. Ein weiterer schöner Tipp für nachhaltige Geschenke: Wer gründlich aussortiert, erleichtert sich nicht nur selber, sondern kann auch gleich etwas davon zu Weihnachten verschenken – natürlich nicht den ungeliebten Schrott, sondern Dinge, über die sich andere noch freuen können. Liebgewonnenes zu verschenken bedeutet nämlich mehr Zuneigung, als viel Geld auszugeben. 

Von einem sollten wir alle Male weniger kaufen: und das ist Fleisch. Die Weltgesundheitsorganisation warnt längst aus gesundheitlichen Gründen vor übermäßigem Fleischkonsum. Und besonders unserem Klima schulden wir einen nachhaltigen Konsum von tierischen Produkten. Leider gehören dazu auch andere tierische Produkte wie Butter, Eier und Milch. Hier fällt es uns oft besonders schwer, uns umzustellen, aber ein Komplettverzicht muss es ja auch nicht sein. Weniger und dafür bessere Qualität zu kaufen, kann im neuen Jahr schon viel bewirken. Auch die Tiere werden sich darüber freuen! Und zum Glück hat unsere tolle Foodstylistin vom Blog Ina Isst viele gesunde und vegetarische Rezepte in petto!

Auch weniger wegwerfen ist ein guter Vorsatz, hier findet ihr Tipps für weniger Lebensmittelverschwendung. Kurzum: Wer weniger konsumiert, spart nicht nur Geld, sondern hat mehr Zeit und dadurch ein reicheres Leben.

3. WIEDERVERWENDEN

Unsere Eltern und Großeltern waren Profis darin: wieder auftragen, Sachen aufheben, wiederverwenden, reparieren. Wir können auch Beziehungen eine zweite Chance geben – auch das ist nachhaltig. Und schön! Recycling liegt überhaupt im Trend: Ebay Kleinanzeigen & Co. sind seit ein paar Jahren so erfolgreich, dass selbst Giganten wie IKEA jetzt auf den Zug aufspringen und in Schweden die erste IKEA-Secondhand-Filiale eröffnet haben! Außerdem verspricht der Möbelkonzern, die Lebensdauer seiner Produkte zu verlängern

Es hat sich dieses Jahr gezeigt, dass Konsument*innen bei den Entscheidungen globaler Player durchaus mitzureden haben! Das macht Hoffnung für die Zukunft: Wenn jetzt alle an einem Strang ziehen, können wir es vielleicht noch schaffen! Und dazu sollten wir darauf achten, Materialien zu benutzen, die sich gut recyceln lassen.

4. ANDERS LEBEN

Meistens macht man alles so wie immer. Sich ändern ist schwer – hat aber viele Vorteile. Damit können wir uns vieles erleichtern; etwa, Leitungswasser trinken, statt schwere Kästen schleppen. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Das gilt auch für Urlaub: Wer im eigenen Land oder den benachbarten Ländern Urlaub macht, vermeidet die Strapazen und den CO2-Ausstoß von Langstreckenflügen. Das schont die Umwelt und alle Male die eigenen Nerven! Auch saisonales und regionales Essen ist ein wahrer Gewinner unter den guten Vorsätzen.

Wenn wir grundsätzlich bewusster konsumieren, lernen wir, auf Inhaltsstoffe und die Herkunft von Produkten zu achten. Und vielleicht ist der einfachste Vorsatz fürs neue Jahr: Endlich mal Dinge erledigen, die wir schon ewig machen wollten – vielleicht endlich zum Ökostrom-Anbieter oder zu einer sozialen Bank wechseln.

Es ist nicht einfach, Routinen oder Gewohnheiten zu ändern. Besonders gute Neujahrsvorsätze sind dazu angetan, nach wenigen Tagen ans Ende der To-do-Liste zu rutschen und dann jedes Mal Bauchschmerzen auszulösen, wenn wir sie zu sehen bekommen. Aus diesem Schattendasein können wir sie aber herausholen, wenn wir nicht so streng mit uns sind. Ein kleiner Anfang bringt oft mehr als ehrgeizige, aber unrealistische Ziele! Fang doch heute an, dir zwei oder drei – höchstens drei! – nachhaltige Vorsätze aufzuschreiben. Denn wer im Dezember beginnt, kann im Januar ganz motiviert sagen, bereits begonnen zu haben!


Und ganz wichtig: Bewahrt euch eure Freude und euren Optimismus, haltet zusammen und habt ein wunderbares Jahr 2021!