Mangelernährung im Alter – die möglichen Folgen und wie man sie vorbeugen kann

Beschäftigen wir uns mit gesunder Ernährung, geht es dabei meist um das Vermeiden von Übergewicht. In Sachen Fehlernährung wird allerdings ein weiteres ernstes Phänomen übersehen: Mangelernährung. Allein in Deutschland leiden mehr als 1,6 Millionen Menschen unter dem ungewollten Gewichtsverlust.

Mit Gebrechlichkeit, Appetitlosigkeit und Erschöpfung fängt er an, der Kreislauf der „Malnutrition“, einer sogenannten Fehl- oder Mangelernährung – einem schnellen Gewichtsverlust in kurzer Zeit. Sie gilt als eine der häufigsten Krankheiten im Alter und trotzdem wird den gesundheitlichen Folgen von Mangelernährung zu wenig Bedeutung beigemessen. 

Zwischen dem 30. und dem 80. Lebensjahr verliert der Mensch über 30 Prozent seiner gesamten Muskelmasse. Dennoch steigt mit zunehmendem Alter das Risiko des ungewollten Kalorienmangels. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Gesundheit, sondern ist häufig auch der Grund für eine schwache Immunabwehr und für Nährstoffmangel. Müdigkeit und Antriebslosigkeit können erste Anzeichen einer Mangelernährung sein. Betroffene sind außerdem anfälliger für Krankheiten, von denen sie sich langsamer erholen. Eine schlechte Wundheilung und Infektionen sind wiederum dessen Spätfolgen. Auch das Sterberisiko ist bei einer chronischen Mangelernährung deutlich erhöht.

Ungewollter Gewichtsverlust: Ursachen finden und Maßnahmen entwickeln

„Problematisch ist jeder nicht beabsichtigte Gewichtsverlust. Vor allem nach akuten Erkrankungen holen Ältere das verlorene Gewicht nur schwer wieder auf”, weiß auch Frau Prof. Dorothee Volkert vom Institut für Biomedizin des Alterns der Universität Erlangen. Ihrer Meinung nach ist es besonders wichtig, die Ursachen für die Mangelernährung zu finden und mit den richtigen Maßnahmen darauf einzugehen.

Denn wird die Nahrungsaufnahme einmal zur Last, wird sie immer häufiger vermieden – was zu Unterversorgung an Kalorien und lebensnotwendigen Nährstoffen führen kann. Neben älteren Menschen sind oftmals chronisch kranke und demente Menschen betroffen. Aufgrund dessen bewegen sie sich weniger und verbrauchen weniger Kalorien. Das bedeutet aber nicht, dass ihr täglicher Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen schneller ausgeglichen ist. „Generell gilt, dass nährstoffreiche und vielfältige Nahrung in ausreichender Menge zur Verfügung stehen muss”, sagt Volkert.

Hilfsmittel und Check-ups können bei Mangelernährung helfen 

Wenn man den Betroffenen die Dringlichkeit der Situation erklärt, seinen sie motiviert zu essen. Schaffen sie nicht aus eigener Kraft auf einen ausgeglichenen Energiehaushalt zu kommen, können Mahlzeiten zum Beispiel mit Eiern, Butter oder Sahne gehaltvoller gemacht werden. Auch Zusatznahrung oder Zwischenmahlzeiten können wichtige Hilfsmittel sein, um einer Mangelernährung entgegenzuwirken. Werden dem Körper dennoch nicht ausreichend Nährstoffe über die normale Nahrung zugeführt, bietet z.B. Trinknahrung eine unterstützende Alternative. Schon eine kleine Portion erhält so viel Nährstoffe wie eine vollwertige Mahlzeit. 

Mit der Kampagne „Gesundheit hat Gewicht” will der Diätverband e. V. in Zusammenarbeit mit namhaften Herstellern von Trinknahrung mehr Bewusstsein für das Thema schaffen und für Aufmerksamkeit bei Betroffenen, Angehörigen und Ärzten sorgen. Unterstützer der Kampagne wollen neben hilfreichen medizinischen Produkten wie Trinknahrung mit innovativen Ernährungstherapien die Gesundheit und Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern. Dabei sind sie auf einem guten Weg.

Gemeinsame Mahlzeiten motivieren

Aber es gibt auch einiges, das präventiv getan werden kann, erklärt Volkert. Das können regelmäßige Check-ups der Blutwerte sein oder die regelmäßige Kontrolle des Gewichts. Angehörige oder Freunde sind auch gefragt zu helfen. Sie können u. a. den Füllstand des Kühlschranks von Betroffenen im Blick behalten, für sie einkaufen, kochen oder Essen bereitstellen. „Ganz wichtig sind auch gemeinsame Mahlzeiten, denn gemeinsam schmeckt es immer besser als allein”, sagt Volkert. 

Sie möchten mehr Infos von Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung? Dann hier entlang.

 

Autorin: Carina Kaiser

Foto: adobe stock – chinnarach; Institut für Biomedizin des Alterns der Universität Erlangen

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