Wechseljahre: Mit Lebensfreude durch den Hormon-Dschungel

Vom 6. bis zum 12. November 2020 findet der erste deutschsprachige und digitale Kongress über die Wechseljahre statt. Ins Leben gerufen vom unabhängigen Online-Magazin LEMONDAYS steht der kostenfreie Kongress unter dem Motto „Mit Lebensfreude durch den Hormon-Dschungel – was Experten raten“. Hier wird offen mit Experten unterschiedlicher Disziplinen über alles gesprochen, was für Frauen in dieser Phase wichtig ist. 

Der erste deutschsprachige und digitale Kongress zum Thema Menopause und Wechseljahre findet diesen November statt.

Als Menopause wird der Zeitpunkt der letzten Regelblutung bezeichnet. Den Zeitpunkt der letzten Regelblutung erleben Frauen durchschnittlich im Alter von 51 bis 52 Jahren. Die Schwankungsbreite ist jedoch groß, denn 1 von 100 Frauen erlebt sie bereits vor dem 40. Lebensjahr und 1 von 1000 sogar schon bevor sie 30 wird. 

Ebenso wie der Start der Menopause verläuft auch der Verlauf der Wechseljahre individuell ganz unterschiedlich, sowohl bezüglich der damit verbundenen Beschwerden, als auch was Beginn und Dauer angeht. Dies macht es den betroffenen Frauen sehr schwer, den Wechsel zu erkennen. Ein frühzeitiges Gespräch mit der Gynäkologin kann sehr hilfreich sein, um Unsicherheiten und Ängsten bezüglich der zusammenhanglos erscheinenden Beschwerden vorzubeugen.

Rauchen oder chronische Krankheiten beschleunigen den Eintritt in die Menopause, ebenso wie Behandlungen (Chemotherapie oder Bestrahlung) gegen Krebskrankheiten. Auch Eingriffe wie etwa die Entfernung des Gebärmutterhalses können zur chirurgischen Menopause führen, wenn dabei die Eierstöcke entfernt werden. Die Menopause erreichen jährlich 450.000 Frauen. Das entspricht 18 Prozent der Gesamtbevölkerung! Anders ausgedrückt:

„Wenn Sie in Deutschland 100 Menschen begegnen, dann sind 18 davon theoretisch gerade in den Wechseljahren. “

Beschwerden-Roulette – Komme ich ungeschoren davon?

Etwa 7 von 10 Frauen in den Wechseljahren haben Beschwerden, hauptsächlich Hitzewallungen und Nachtschweiß. Über starke Beschwerden – die sich auf die Lebensqualität auswirken – klagt ein Drittel der Betroffenen. Ein weiteres Drittel hat Beschwerden, hält diese aber für beherrschbar. Nur ein Drittel der Frauen kommt beschwerdefrei durch diese Zeit. 

Da wir Frauen diese Zeit also sehr individuell erleben, tun wir uns etwas Gutes, wenn wir uns aktiv mit den Veränderungen beschäftigen und unsere ganz eigenen Schlüsse für unsere neue Lebensphase daraus ziehen.

Welche Symptome sprechen für die Wechseljahre?

Die Liste der möglichen Anzeichen ist lang, wird aber sehr unterschiedlich erlebt. Am häufigsten sind Hitzewallungen und Nachtschweiß. Der individuelle Mix erscheint Frauen oft zusammenhanglos und lässt sie – wenn sie nicht zuvor vom Gynäkologen aufgeklärt wurden – oft ratlos oder gar verängstigt zurück. Die meisten Beschwerden werden durch Schwankungen des Geschlechtshormons Östrogen hervorgerufen:

    • Blutungsstörungen
      (unregelmäßig – sehr stark oder sehr schwach – im Vergleich zu vorher)
    • Hitzewallungen und Nachtschweiß
    • Schlafstörungen (Einschlaf- und Durchschlafprobleme)
    • Müdigkeit und Energielosigkeit
    • Trockene Schleimhäute wie z. B. das Vagina-Gewebe
      (Juckreiz und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr)
    • Blasenentzündungen
    • Gelenkbeschwerden und Muskelschmerzen
    • Stimmungsschwankungen, Nervosität und Gereiztheit bis hin zur Depression
    • Hauttrockenheit
    • Herzklopfen, Herzrasen
    • Blutzuckerschwankungen und Schwindel
    • Haarausfall
    • Gewichtszunahme vor allem im Bauchbereich

Im Zweifelsfall zum Arzt!

Wichtig ist der Gang zum Spezialisten, wenn mehrere dieser Faktoren zusammenkommen. Denn zum einen sind die Wechseljahre kein „Zustand des Alters, den frau aushalten muss“. Es gibt eine Reihe unterschiedlichster Therapieansätze (verschreibungspflichtige Medikamente, pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel, sowie ganzheitliche heilpraktische Verfahren), die helfen, wieder in Balance zu kommen. Zum anderen können sich hinter den Symptomen Krankheiten verbergen, sodass die Zuordnung zur Lebensphase der Frau auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden sollte.

Der Frauenarzt kann anhand des klinischen Bilds ermitteln, ob die Wechseljahre eingetreten sind. Dazu wird neben der Anamnese der Beschwerden häufig eine Ultraschallaufnahme der Eierstöcke gemacht. Die Bestimmung der Hormonwerte im Labor (insbesondere Follikelstimulierendes Hormon, FSH) wird ebenfalls (altersbeschränkt) empfohlen.

Geschlechtshormone: Wer sind eigentlich Östrogen und Progesteron?

Östrogen, manchmal auch Estrogen geschrieben, ist der Sammelbegriff für die weiblichen Sexualhormone Östron, Östradiol und Östriol. Östrogen wird hauptsächlich in den Eierstöcken und der Plazenta gebildet. Aber auch die Nebenniere bildet Östrogen und übernimmt nach dem Klimakterium fast die gesamte Produktion, wenn auch in geringerem Umfang. In kleineren Mengen bilden außerdem Fettzellen unter der Haut Östrogen.

Die Hauptaufgabe der Östrogene ist die Steuerung des Menstruationszyklus und die Vorbereitung des Körpers auf die Schwangerschaft. Dabei werden die Eierstöcke vom Steuerungshormon FSH der Hypophyse kontrolliert. Das Sexualhormon Östrogen meldet seine Anwesenheit im Blutkreislauf an die Hypophyse zurück, die daraufhin die Bildung von FSH drosselt. So entsteht ein Kreislauf von Werden und Vergehen, der sich alle 28 Tage wiederholt. Östrogene sorgen dafür, dass der Follikel heranreift, erleichtern den Spermien den Durchgang durch den Gebärmutterhals und bereiten die Gebärmutter und das Brustgewebe auf die Schwangerschaft vor.

Wahrlich wechselhafte Wunderhormone

Östrogene können aber noch viel mehr! Sie wirken auf den Stoffwechsel, auf die Knochenbildung und können Wassereinlagerungen im Körper begünstigen. Sie hemmen den Knochenabbau und erhöhen die Konzentration des sogenannten guten HDL-Cholesterins. Dies wird für Frauen, die in die Wechseljahre kommen zu einem wichtigen Aspekt der Vorsorge, denn durch den fallenden Östrogenspiegel steigt das Risiko für Osteoporose (Knochenabbau) und Arteriosklerose (Ablagerung von Fett in Blutgefäße) deutlich an. Ab dem 50. Lebensjahr wird daher eine Knochendichtemessung empfohlen. Der schwankende Östrogenspiegel kann uns in den Wechseljahren eine ganze Reihe von Problemen bescheren. Doch so individuell wie wir Frauen sind auch unsere Lösungen zur Meisterung der Herausforderung Wechseljahre und nicht wenige sehen die fallenden Östrogenspiegel als Chance zur persönlichen Veränderung. 

Das Geschlechtshormon Progesteron, auch Gelbkörperhormon genannt, wird im Eierstock gebildet, genauer gesagt im Follikelrest nach dem Eisprung. Seine wesentlichen Aufgaben als Sexualhormon bestehen darin, den Spermien zu einer erfolgreichen Befruchtung zu verhelfen, die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vorzubereiten und schließlich die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten. Progesteron kann aber weit mehr. Es unterstützt beispielsweise die Knochenneubildung und kurbelt den Stoffwechsel an. Das merken wir daran, dass die Körpertemperatur nach dem Eisprung ansteigt. Progesteron wirkt darüber hinaus wasseraustreibend.

Der Progesteronspiegel sinkt, wenn der Eisprung unregelmäßig wird: Ohne Eisprung kein Gelbkörper und ohne Gelbkörper kein Progesteron. Daher sind niedrige Progesteronwerte schon weit vor der Menopause nicht ungewöhnlich. Erstes Anzeichen hierfür kann Brustspannen sein. Fallende Progesteronwerte können zu Östrogendominanz führen, weil Östrogen noch nicht im gleichen Maße abnimmt und damit ein relatives Ungleichgewicht zwischen beiden Hormonen entsteht.  In der Folge kann es zu Kopfschmerzen, Hitzewallungen oder Schlaflosigkeit kommen.

Frauen entdecken ihre Welt neu

So individuell wie die Beschwerden und persönlichen Begleitumstände in den Wechseljahren, sind auch die Therapieformen, die Frauen in den Wechseljahren helfen können. Und diese erschöpfen sich bei weitem nicht in verschreibungspflichtigen Hormonen, pflanzliche Präparaten oder Nahrungsergänzungsmitteln. Frauen können einen großen Nutzen daraus ziehen, ihre Situation aus der Vogelperspektive zu betrachten. Denn mit der Veränderung an Körper und Geist geht auch eine Veränderung ihrer Gewohnheiten einher. Dies schließt ihre Beschäftigung mit den Themen Ernährung oder Sport und Bewegung ebenso ein, wie Achtsamkeit und innere Balance bis hin zur Formulierung neuer Ziele und Zukunftswünsche.

Nicht selten fällt der Wechsel der Frau zusammen mit Veränderungen in der Familie, wenn beispielsweise die Kinder ausziehen. Dies kann kreative Prozesse auslösen, an deren Ende ein neues Hobby oder gar eine neue Karriere-Chance wartet. Die Realität zeigt, dass moderne Frauen mit Mut und Entschlossenheit gerade in dieser Phase den Sprung in die Selbstständigkeit wagen. 

Offenheit in der Kommunikation über den wichtigen Lebensabschnitt der Wechseljahre

Der offene Umgang mit dem Thema Wechseljahre ist wichtig. Als Sinnbild für das „Altern“ sind die Wechseljahre nicht gesellschaftsfähig. Selbst mit der besten Freundin wird selten über die Herausforderungen gesprochen und noch viel weniger mit dem eigenen Partner, der die „Nebenwirkungen“ doch so deutlich zu spüren bekommt, z. B. wenn sich die sexuellen Bedürfnisse der Frau verändern

Nicht zuletzt, um dieses Tabu zu brechen, wird im 1. Online-Kongress Wechseljahre offen mit Experten unterschiedlicher Disziplinen über alles gesprochen, was für Frauen in dieser Phase wichtig ist. Mit praktischen Tipps aus verschiedenen Perspektiven zeigt die Plattform Chancen auf und stärkt durch einen offenen Umgang mit dem Thema das „Wir-Gefühl“.

Die Menopause führt nicht allzu selten in einen Hormon-Dschungel.

Wie funktioniert die Teilnahme?

  • Interessierte Frauen – und ihre Männer – können sich kostenfrei mit ihrer E-Mail-Adresse auf der Kongressseite anmelden. Dies ist ab sofort möglich.
  • Frau kann jederzeit einsteigen, auch wenn der Kongress bereits begonnen hat.
  • Während der siebentägigen Veranstaltung werden täglich E-Mails mit Zugängen zur Kongressplattform, dem Kongresskalender, Experten-Informationen und allen weiteren wichtigen Details zum Kongressablauf versendet.

Was ist Kongressinhalt?

  • Das Herzstück der Veranstaltung sind Interviews mit Experten ihres Fachs, die über das Tabuthema Wechseljahre aufklären, motivieren und praktische Tipps geben.
  • Ab dem ersten Kongresstag stehen allen angemeldeten Teilnehmern täglich neue Interviews für 24 Stunden kostenfrei zur Verfügung. 
  • Wer Interviews verpasst oder später anschauen möchte, kann das Kongresspaket mit dauerhaftem Zugang zu allen Interviews bestellen.
  • Die Themenvielfalt der Gespräche mit renommierten Gynäkologen, Ernährungswissenschaftlern oder namhaften Life-Coaches reicht von typischen Wechseljahresbeschwerden über gesundes Essen und Bewegung bis hin zu beruflicher Selbstbestimmung. Wir entschlüsseln die Rätsel der Hormone, gehen der Sexualität in Zeiten des Wandels nach und kümmern uns um Hüftgold und ähnliche ungeliebte Erscheinungen.

 

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