Organmangel – Tod auf der Warteliste

Wie läuft eigentlich eine Organspende ab? Kann man den Empfänger aussuchen? Und wieso funktionieren Organe noch, obwohl ein Mensch tot sein muss, bevor sie entnommen werden? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Organspende für Sie zusammen gefasst.

Die wichtigsten Fragen zum Thema Organspende für Sie zusammengefasst:

Warum funktionieren Organe noch, obwohl ein Mensch tot sein muss, bevor ein Organ entnommen wird?

Der endgültige Ausfall des gesamten Gehirns, also der Hirntod, ist ein sicheres inneres Todeszeichen. In dieser Situation kann die Herz- und Kreislauffunktion nur noch durch Beatmung und Medikamente künstlich aufrechterhalten werden.

Wie läuft eine Organspende ab?

  • Zwei Fachärzte stellen unabhängig voneinander den nachgewiesenen Ausfall des gesamten Gehirns fest.
  • Hat der Patient nicht selbst eine Entscheidung für oder gegen eine Organspende ausgesprochen und dokumentiert, müssen die nächsten Angehörigen – Ehegatten, Lebenspartner, Eltern, Kinder oder Geschwister – um die Zustimmung gebeten werden. Sie müssen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen, nicht nach ihrer eigenen Auffassung entscheiden.
  • Bei einer Zustimmung veranlasst die Deutsche Stiftung Organtransplantation notwendige Laboruntersuchungen auf Infektionen und Tumorerkrankungen.
  • Die Deutsche Stiftung Organtransplantation informiert die internationale Organvermittlungsstelle Eurotransplant in Leiden/Holland, die nach einem passenden Empfänger auf den Warteliste sucht.
  • Die Deutsche Stiftung Organtransplantation organisiert in Absprache mit dem Entnahmekrankenhaus und dem Transplantationszentrum die Organentnahme. Sie schickt, wenn nötig, auch ein Entnahmeteam. Die Organentnahme erfolgt unter den gleichen Bedingungen wie eine Operation. Ein würdevoller Umgang mit dem Verstorbenen ist selbstverständlich. Die Angehörigen können anschließend in jeder gewünschten Weise vom verstorbenen Menschen Abschied nehmen.
  • Die entnommenen Organe werden zügig zu entsprechenden Transplantationszentren transportiert. Die Logistik dafür organisiert die Deutsche Stiftung Organtransplantation.

Kann man den Empfänger aussuchen? Beispielsweise eine konkrete Person, nur Kinder, Nichtraucher, keine Alkoholiker?

Nein. Das Transplantationsgesetz erlaubt nur eine Verteilung und Vergabe nach medizinischen Kriterien, vor allem nach Erfolgsaussicht und Dringlichkeit für geeignete Patienten.

 Gibt es eine Kontaktmöglichkeit zwischen dem Empfänger der Spende und den Angehörigen des Spenders?

Nach dem geltenden Transplantationsgesetz müssen Organspender und Organempfänger sowie deren Familien anonym bleiben. Um dem Wunsch der Organempfänger, ihre Dankbarkeit in einem Brief an die Angehörigen des Spenders zu übermitteln, nachkommen zu können, haben die Deutsche Stiftung Organtransplantation und die Deutsche Transplantationsgesellschaft zusammen mit Patientenverbänden einen Rahmen geschaffen, in dem Dankesbriefe der Organempfänger anonymisiert bei Angehörigentreffen verlesen werden können.

 

Mehr Informationen:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/organspende/ablauf-der-organspende.html

 

Autor: Helmut Laschet

Foto: unsplash.de / Marcelo Leal

2 Kommentare

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  • Heike sagt:

    Ein „Hirntoter“ ist nicht tot, sondern sterbend. Bei allem Verständnis für ihr Interesse ist dies eine irreführende Darstellung!

    • Lydia Brandes sagt:

      Hallo Heike,

      vielen Dank für Ihr Kommentar und den Hinweis. Da haben Sie völlig Recht, denn gerade bei dieser sensiblen Thematik ist es besonders wichtig, die fachlich korrekten Begrifflichkeiten zu verwenden, um die Sachlage nicht noch undurchsichtiger zu machen. Wenn wir an einer Stelle im Text den Sachverhalt nicht klar genug ausgedrückt haben, bedauern wir das und versprechen Besserung für das nächste Mal. ;-)