ACTION! – Sabine Distler krempelt die Medienbranche um

Sabine L. Distler ruft mit „Curatorium Altern gestalten” die Themen Lebensfreude, Teilhabe und Inklusion im Alter auf den Schirm. Dabei ist der Bereich „Medien und Alter” eines ihrer ganz besonderen Steckenpferde. So etwa das Projekt „Silberfilm”, mit dem die Neustarterin Sabine L. Distler die deutsche Medienlandschaft sowie die generationenübergreifende Freizeitgestaltung seit 2016 deutlich bereichert.

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Photo: Sabine Distler.
Die Aktivistin des Alters in natura. Photo: Sabine Distler.

Große Ideen in kleinen Schritten umsetzen

Frau Distler ist eine Macherin, wie sie im Buche steht. Quer über die Landkarte und in verschiedensten Branchen vernetzt, konfrontiert sie eingesessene Profis energiegeladen mit neuen Konzepten und großen Ideen. Mit mittelfränkischer Herzlichkeit und schnellem Kopf konnte die Diplom-Psychogerontologin sowie Diplom-Sozialpädagogin (FH) und ihr Team vom „Curatorium Altern gestalten“ in den letzten Jahren viel bewegen. Sabine L. Distler bezeichnet sich selbst als „Aktivistin des Alters“ und macht diesem Titel in der Tat alle Ehre.

Ihrem aktuellen Engagement gehen zwei Jahrzehnte in der Altenpflege voraus. Hier konnte sie sich in ihren Managementpositionen lange im Problemlösen und der Erstellung von innovativen Konzepten üben. Fähigkeiten, die ihrem Tagesgeschäft mehr denn je zu Gute kommen. Ihr Einsatz trägt Früchte, was die zahlreichen Preis-Nominierungen und auch Gewinne namhafter Wettbewerbe beweisen: Seit dem Gewinn der „Google Impact Challenge Deutschland“ im Jahr 2016 schlägt das Alterngestalten-Team Wellen, u. a. in der Pflege, in der Sozialpolitik und im Lokaljournalismus. Auszeichnungen wie der Universal Design Award 2019 (Kategorien: Consumer und Jury) sowie der Anerkennungspreis der Jury beim Deutschen Integrationspreis 2019 sprechen für sich. Das vielseitig geförderte Curatorium weiß jedenfalls, was es will:

Breit aufgestellt mit Passion für Tiefgang

Die Bereiche, in denen Frau Distler mit dem Curatorium aktiv ist, sind breit aufgestellt, doch mangelt es an Tiefgang nicht. Die Themenbereiche, denen sich das Curatorium im Rahmen seiner Arbeit widmet, lauten:

  • Medien und Altern
  • Wohnen, Technik, Mobilität und Alter 
  • Kultur und Alter
  • Wissenschaft, Generationen und Alter
  • Körper und Alter

 

Auf Alterngestalten.de kann man sich bei Interesse tiefer in die jeweiligen Themenkomplexe einlesen. Im Folgenden soll der Fokus auf den ersten Themenbereich „Medien und Altern” sowie das hier verortete Projekt „Silberfilm” gelegt werden. Denn dieses findet sowohl in der Fachszene, als auch in der breiten Bevölkerung besonders viel Anklang.

Kinospaß kennt keine Altersgrenze: die silberne Generation.

Medien und Altern 

Den Bereich Medien und Altern hat Sabine L. Distler von Anfang an ins Auge gefasst. Für „Altern gestalten“ sieht sie hier viele wichtige Aufgaben. Übergeordnet steht der Anspruch, eine neue Medienkultur mit Schwellenfreiheit im Alter anzustoßen sowie nach und nach zu etablieren. Wie packt man so ein umfassendes Vorhaben an?

„Zunächst ist der Aufbau von interdisziplinären Netzwerken noch notwendig. Mit Hilfe dieser sollen die Sensibilisierung im Umgang mit Medien, die Entwicklung einer neuen Medienkultur und Förderung kultureller Teilhabe für Menschen mit Unterstützungsbedarf oder besonderen Nutzergruppen langfristig erreicht werden. Hier möchten wir auch eine Bewegung entstehen lassen und beginnen gerade ein Netzwerk von ehrenamtlichen Filmbeiräten 70+ bundesweit aufzubauen”, erklärt Frau Distler.

Ganz konkret möchten sie und ihr Team Barrieren abschaffen, die ältere Personen an der Mediennutzung hindern oder die Nutzung bzw. den Genuss der Medien erschweren. Auf diese Weise sollen neue Nutzer*innen-Gruppen erschlossen werden. Zugangsmöglichkeiten sollen also deutlich erleichtert und die Medienassistenz als klares Grundbedürfnis festgehalten werden. Ein Projekt, an dem diese Zielsetzungen greifbar und ersichtlich werden, ist das Kulturnetzwerk „Silberfilm”.

Über das Kulturnetzwerk „Silberfilm”

Das Kulturnetzwerk Silberfilm ist innovativ und stößt nicht nur aufgrund seiner Neuartigkeit auf das Interesse vieler, sondern auch aufgrund seines Generationsübergreifenden Charakters. Hierbei arbeiten Frau Distler und ihr Team mit ausgewählten Kinos, Lichtspielhäusern etc. zusammen und schaffen durch gekonnte Filmauswahl sowie angepasstes Ambiente für ein Kinoerlebnis für Menschen jeden Alters. Sabine L. Distler, die Initiatorin dieses Konzeptes, ergänzt: 

Das Ziel: Freude im Alter.

Dabei steht es den Besuchenden natürlich frei, ob sie alleine kommen oder doch lieber in Begleitung oder in Gruppen zur Vorstellung erscheinen. Die Filme aus der „Silberfilmreihe“ sind vielseitig. So ist vom Klassiker aus vergangener Zeit, bis zum modernen Feel-Good-Streifen mit schönem Ende alles dabei. Geachtet wird nach Möglichkeit auf langsame Szenenwechsel, verständliche Handlungen und ein allgemein angenehmes Filmerlebnis. 

 

Flinke Reaktionen auf eine globale Pandemie 

Wie so viele Branchen, ist auch die Kinobranche maßgeblich von der Covid19-Pandemie betroffen. Von kompletten Saal-Schließungen bis hin zu Sitzen mit großem Abstand und entsprechend verringerten Zuschauerzahlen, zeichnet sich hier das Bild der Auswirkungen. Aber Frau Distler hat vorgesorgt. Schon im Jahr 2019 hat Sie das Curatorium  breiter aufgestellt und damit auch weniger anfällig für eine Krise wie die aktuelle gemacht:

„Wir haben unser Silberfilm-Konzept im vergangenen Jahr mehr auf eine digitale Variante angepasst, d.h. unser Kino- und Teilhabekonzept Silberfilm ist schneller in andere Orte übertragbar. Derzeit haben wir sieben Standorte in Bayern, und einige Interessenten (die leider wegen Corona derzeit ruhen).”

Noch dazu ist die Initiatorin fleißig auf Instagram aktiv und teilt dort auch TV-Tipps für das Wochenende für die ältere Generation. Damit hilft sie Interessierten, durch den Dschungel der Programmauswahl und findet wahre Perlen an Dokumentationen, Gesprächsrunden, Beratungssendungen, schöne Filme und vieles mehr. 

Filme machen jedem Spaß.

Mitmischen!

Nicht zuletzt hat jeder die Möglichkeit auf silberfilm.info im Rahmen der neuen Rubrik „Wissen” aktiv mitzumischen. Dort heißt es: „Machen Sie mit und stoßen Sie mit uns eine möglichst breite und hörbare Diskussion über die Medien- und Unterhaltungsbedarfe von Menschen im höheren Alter und Menschen mit Demenz an”. Ein Aufruf, der an dieser Stelle gern geteilt wird. 

Die Möglichkeiten zur Teilhabe werden künftig sogar noch steigen. Denn das Team um Frau Distler hat große Pläne! Seit Anfang September 2020 hat das Team Pachtpläne für ein Kino in Nürnberg. Damit wären sie nicht nur Impulsgeber*innen für die kuratierte Filmreihe, sondern selbst auch Kinobetreiber*in. „Dann können wir richtig loslegen, Filme zu analysieren und unsere Meinung kundzutun.“, freut sich Frau Distler und blickt gespannt und voller Vorfreude in die Zukunft. 

Neugierig geworden? 

In diesem Video erhalten Sie erste Einblicke in das Projekt „Silberfilm“ und lernen auch die Initiatorin, Sabine L. Distler, kennen. Das Curatorium hat außerdem einen eigenen YouTube-Kanal: „AGE CU – Alter(n) fördern!“; Titel: „SILBERFILM – deutscher Integrationspreis 2019“; veröffentlich am: 06.05.2019.

Auch die ältere Generation kann mit moderner Technik klarkommen und von ihr profitieren; wenn man ihr einen praktikablen Zugang gewährt.