Wie smart – Technik, die uns helfen will

Welch Segen uns die Technik bringen wird – vor allem, wenn es um Dinge im Alltag geht. Es gibt zwar einige, die unken, dass das alles ganz schlimm und unüberschaubar werden wird, aber das glauben wir nicht. Stattdessen gucken wir uns lieber mal an, was für positive Dinge uns diese Innovationen in der Zukunft bringen könnten.

Smartphones und digitale Dienstleistungen bereichern unseren Alltag.

Welch Segen uns die Technik bringen wird – vor allem, wenn es um Dinge im Alltag geht. Es gibt zwar einige, die unken, dass das alles ganz schlimm und unüberschaubar werden wird, aber das glauben wir nicht. Stattdessen gucken wir uns lieber mal an, was für positive Dinge uns diese Innovationen in der Zukunft bringen könnten.

Beispiel Mobilität. Audi will schon bis Sommer 2018 führend beim autonomen Fahren werden. Der neue A8, der im Juli auf den Markt kommt, ist der heilige Gral eines Multitaskers: Fahren wird erledigt… was kann man eigentlich sonst noch so am Steuer tun? Die neue Technik soll erlauben, dass sich der Fahrer (ganz legal, wohlgemerkt) mit anderen Dingen beschäftigt. Bis zu 60 Stundenkilometer schnell wird die Limousine vollautomatisch fahren können, parken ist auf Knopfdruck möglich. „AI“, die Abkürzung für „Artificial Intelligence“ steht auf dem großen Knopf in der Mittelkonsole, und wie Käpt´n Scotty im Raumschiff Enterprise darf sich der Autofahrer damit also dann in eine andere Dimension beamen.

Okay, nicht ganz: Vielmehr braucht man sich im Stau nicht mehr auf das ständige „Stop and Go“ konzentrieren, denn von nun an übernimmt das Auto. Die sogenannte Staupilot-Funktion darf aber erst 2018 genutzt werden, denn vorher besteht dafür noch keine technische Freigabe. Auf jeden Fall ist damit eine neue Stufe im autonomen Fahren erreicht, die auch zur Fahrsicherheit beitragen wird, denn das Auto wird registrieren, wenn der Fahrer unaufmerksam wird, und in der Lage sein, ein Unfallszenario zu vermeiden. Und weil Autofahren etwas mit Unabhängigkeit zu tun hat, wird dies älteren Menschen zugutekommen, denen damit diese Option der Autonomie länger erhalten bleibt.

Kein Hamstermodus durch Parkplatzsuche mehr

Bleiben wir noch ein bisschen beim Verkehr. „Smart Traffic“ heißt das Stichwort, das seit ein paar Jahren in den Medien auftaucht. Der „schlaue Verkehr“ wird dafür sorgen, dass wir uns beispielsweise nicht mehr über rote Ampeln ärgern, an denen wir eine gefühlte Stunde lang allein auf weiter Flur warten. Nein – da Sensoren das Verkehrsaufkommen erfassen und an ihre Leitstellen übermitteln, wird es künftig möglich sein, Ampeln verkehrsgerecht zu schalten. Auch werden Sensoren in der Verkehrsinfrastruktur mit unseren Autos kommunizieren können – wie etwa dem GPS-System. Damit gehören Kreise um den Block im Hamstermodus auf der Suche nach einem Parkplatz der Vergangenheit an, denn unsere Autos geben uns ein Signal, sobald ein Parkplatz in der Nähe frei wird – und sobald er wieder besetzt ist.

Telegen für die Telenurse

Stichwort Telemedizin. In Ländern wie Australien, Großbritannien, den Niederlanden oder den USA schon gang und gäbe, wird es auch bei uns in Zukunft Arztbesuche und Konsultationen mit spezialisierten Krankenpflegekräften via Tablet geben. Ein Vorreiter in Deutschland war zum Beispiel das Telemedizin-Projekt „CSS Telehealth Ostsachsen“. Konkret verbindet hier ein Datennetz Arzt, Patient, Pflegekräfte und medizinische Dienstleister. Die Erfahrung mit ähnlichen Projekten im Ausland zeigte eine hohe Patientenzufriedenheit. Natürlich eignet sich das eher für gut eingestellte Chroniker als für akute Fälle, aber der Vorteil liegt auf der Hand: Patienten, die entweder nicht mehr so mobil sind oder auf dem Land leben, bekommen hierdurch besseren Zugang zu regelmäßigem Austausch und Kontrolle und fühlen sich dadurch besser „behandelt“. Auch ein Aufenthalt im Pflegeheim kann dadurch in einigen Fällen zumindest hinausgezögert werden.

Zwiespalt Datenaustausch

In den USA bereits seit Jahren alltäglich ist der Austausch medizinischer Daten und Informationen zwischen allen behandelnden Ärzten eines Patienten. Dadurch können Fehlinformationen und Verzögerungen im Behandlungsplan vermieden werden. Es gibt Stimmen, die sagen, sie fänden den Aspekt des Datenaustauschs wegen eines fehlenden Schutzes der Privatsphäre bedenklich. In den USA heißt es dazu: „Niemand ist bisher wegen der Weitergabe von Informationen aus seiner Krankenakte gestorben – aber sehr wohl an einer verfehlten Behandlung, weil diese Informationen nicht zeitnah zur Verfügung standen.“ Dennoch – in Deutschland wird die Diskussion zu diesem Thema sicher noch eine Weile weitergehen.

Sensoren auf Schritt und Tritt

Wo wir schon mal bei den USA sind: Big Brother is watching you. Vielleicht nicht der große Bruder, aber die Tochter oder der Sohn – und zwar über Sensoren, die benachrichtigen, wenn der Vater, der in hohem Alter allein zuhause lebt, hingefallen ist. Sensoren können feststellen, wenn es Abweichungen im täglichen Verhalten gibt und eine Nachricht an Familie oder Pfleger senden, wenn die Person nicht aufgestanden ist, ob sie den Kühlschrank geöffnet hat oder die Herdplatte noch brennt.

Und dass es Smart Home-Beleuchtung schon längst in Einrichtungshäusern zum Niedrigpreis zu kaufen gibt, wissen eigentlich die meisten längst. Wer braucht heute schon noch einen Lichtschalter – wenn man der Lampe mit der Stimme den An- und Aus- Befehl geben kann. Ein Vorteil ist auch ganz klar: Falls wir immer schrulliger werden, fällt das künftig nicht mehr so auf. Wenn einer fragt, ob wir in letzter Zeit Selbstgespräche führen, können wir einfach sagen: „Ich hab’ doch bloß die Lampe gemeint.“

In unserem Beitrag „Pflege 4.0“ lesen Sie, wie kleine Roboter uns in unserem Alltag helfend zur Seite stehen können und Sie erfahren, wie wir uns die digitale Transformation auch in der Pflege zu Nutzen machen können.

 

Text: Dana Heidner

Foto: Audioundwerbung | iStock