Demenz: Mit Musiktherapie gegen das Vergessen

Musik weckt Erinnerungen. Ein Lied oder auch nur ein paar angespielte Takte transportieren uns häufig zu bestimmten Situationen aus unserem Leben und rufen die damals empfundenen Situationen wieder hervor. Wie verhält es sich nun, wenn an Demenz erkrankte Menschen Musik hören? Helfen ihnen Lieder beim Erinnern? Damit beschäftigt sich die Musiktherapeutin Britta Warme. Im Interview spricht sie über die Erfahrungen aus ihrem Arbeitsalltag. Erfahren Sie, was die Therapie mit Musik für Chancen bietet und wie Musik die Menschen zusammenbringt.

Britta Warme: Seit 25 Jahren als Musiktherapeutin im Einsatz

Britta Warme arbeitet bereits seit 25 Jahren als Musiktherapeutin. Zunächst hat sie mit Kindern gearbeitet, dann in der Psychosomatik und in der Psychiatrie. Heute ist sie als freie Mitarbeiterin in den Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk in Berlin-Zehlendorf tätig. Dort beschäftigt sie sich vor allem mit Seniorinnen und Senioren. Mit ihrem Therapieansatz unterstützt sie nicht nur Demenzkranke, sondern auch Menschen mit depressiven Verstimmungen und Verhaltensstörungen. Im Interview lesen Sie mehr über diese faszinierende Arbeit.

Musik weckt Emotionen und Erinnerungen

Was kann Musik, was andere Therapieformen nicht können? Wie helfen Lieder und Instrumente bei der Therapie von Demenzerkrankungen? Im Gespräch mit uns erklärt Britta Warme, warum die Therapie mit Musik so erfolgsversprechend ist. Alles, was wir mit Musik und bestimmten Liedern verbinden, speichert unser Gehirn in Strukturen, die nachweislich nicht von der Demenz betroffen sind. Bei fortgeschrittener Demenzerkrankung sind es vor allem Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit, die Emotionen und Erinnerungen wecken.

Musik verbindet – auch bei Demenz

Musik ist aber nicht nur ein Mittel gegen das Vergessen, sie bringt Menschen auch zusammen. Britta Warme setzt Musik daher vor allem in der Gruppentherapie ein. Demenzerkrankte ziehen sich häufig in sich zurück, nehmen ihr Gegenüber kaum noch wahr. Durch das gemeinsame Singen und Musizieren entsteht jedoch ein Gemeinschaftsgefühl, Menschen fühlen sich wieder als Teil von etwas. Vor allem aber ist die Therapie mit Musik für die Teilnehmer ein großer Spaß.