Digitale Helfer im Diabetikeralltag

Das Smartphone, wird künftig zum wichtigsten Begleiter von Diabetespatienten in ihrem Alltag werden. Durch automatische Erfassung, Speicherung und Übermittlung patientenindividueller Daten können bereits heute Patienten mit einem Foto von ihrer Mahlzeit eine automatisierte Abschätzung des Kohlehydratanteils eine Bolus-Berechnung erhalten. Mit Diabetes-Apps lassen sich so Insulingaben bedarfsgerecht anpassen.

mySugr – App für Diabetiker

„Die Digitalisierung unserer Welt wird einen erheblichen Einfluss auf die Betreuung von Patienten in Zukunft haben“, schreibt der Düsseldorfer Diabetologe Professor Lutz Heinemann über neue Entwicklungen in der Diabetes-Technologie. Sowohl Ärzte als auch Patienten werden davon profitieren, beispielsweise auch durch Telemedizin. Mit dieser können weite Entfernungen zwischen dem Wohnort von Patienten und der Praxis des Diabetes-Spezialisten überbrückt werden. Ein Beispiel eines solchen digitalen Alltagshelfers für Diabetiker ist die mySugr App. Die wird inzwischen von mehr als 1,3 Millionen Patienten genutzt und ist in den USA und Europa als Medizinprodukt zugelassen. Entwickelt wurde die App in Österreich, erstmals eingesetzt in den USA, seit 2017 gehört sie zu Roche.

App bietet professionelle Unterstützung

Der Alltag mit Diabetes ist zeitaufwendig und besteht aus bis zu 50 Therapieentscheidungen am Tag, die der Patient eigenständig treffen muss. Dabei soll ihm das mySugr-Paket so viele Aufgaben wie möglich abnehmen und auf diese Weise den Patienten auch zwischen den Arztbesuchen professionell unterstützen. Dazu gehört beispielsweise auch das Diabetes-Tagebuch, das mithilfe der App viel leichter geführt werden kann. Vor allem: Die systematisch in einer Verlaufsform übersichtlich gespeicherten Daten können mit den behandelnden Ärzten und Diabetesberaterinnen geteilt werden.  Das Coaching wird dadurch erheblich erleichtert. Beim Kontakt mit dem Arzt hat dieser exakte und detaillierte Patienteninformationen bereits in seiner EDV abrufbereitet. Das spart Zeit, die den Patienten zugutekommt.

Apps erleichtern Ärzten die Arbeit

Der Bedarf an neuer Technik zur Verbesserung der Versorgung ist unabweisbar. Allein aufgrund der Alterung der Gesellschaft wird die Zahl der Diabetiker in Zukunft weiter steigen. Hausärzte und Diabetologen brauchen dazu Unterstützung durch gut informierte und motivierte Patienten. Digitale Assistenten sind dafür gut geeignet – sie ersetzen nicht den Arzt, erleichtern ihm aber die Arbeit.

  • Text: Helmut Laschet