Dialyse ist Teamarbeit: Zusammen lernen, selbständig leben

Zwischen Christel Giesemann (83) und Johannes Meschenmoser (30) liegen 53 Lebensjahre. Gemeinsam haben die beiden trotzdem etwas: Ihr Nierenversagen und ihre lebenserhaltende Therapie, die Peritonealdialyse, bei der eine eingeführte Dialysierflüssigkeit in der Bauchhöhle Giftstoffe aus dem Körper spült. In der Fachklinik Schwaben in Bad Mergentheim haben die Lebenswege der beiden sich nun gekreuzt. Zehn Tage haben sie gemeinsam in der Klinik verbracht, zusammen die Heimdialyse trainiert, gemeinsam an einem Tisch gegessen und sich ausgetauscht. Und wie haben die beiden das Schulungsprogramm erlebt?

Dialyse im Team

Johannes Menschenmoser wird begleitet von seiner jüngeren Schwester Verena. Bei den beiden merkt man sofort, dass sie eine tiefe Verbindung zueinander haben: vertraut und innig, fast so, als würde der eine sofort wissen, was der andere fühlt. Johannes und seine 26-jährige Schwester haben so gut wie keine Berührungsängste in Sachen Dialyse. Die Familie von Johannes hat eine regelrechte Dialysegeschichte: Die zweite Schwester der beiden dialysiert ebenfalls bereits seit acht Jahren. Und auch Johannes wusste schon von klein auf, dass er früher oder später auf die Dialyse angewiesen sein würde. Seit der Geburt ist er krank. Genau wie seine zweite Schwester wurde er mit einer Stoffwechselerkrankung geboren – Zystinose – , die seine Organe und Knochen betrifft und in den Nieren zu schweren Funktionsstörungen führt. Chronische Erkrankungen und Dialyse sind also keine unbekannten Themen für die zwei, denn sie sind damit ihr Leben lang aufgewachsen. Johannes und seine Schwester Verena waren also gut vorbereitet, als sie nach Bad Mergentheim fuhren.

Unterstützung vom Ehepartner

Ein gutes Team sind Christel Giesemann und ihr Mann in jedem Fall auch. Sie sind seit 55 Jahren verheiratet. Aber die beiden verbindet nicht nur ihr halbes Leben, sondern auch ihre Nieren. Ihr Mann hat ihr vor 13 Jahren eine seiner Nieren gespendet, als die seiner Frau aufhörten, ihren Körper gesund zu halten. Schon während der Trainingsphasen und bei den Übungen sind die Rollen zwischen Frau Giesemann und ihrem Mann klar verteilt: Herr Giesemann weiß genau, wann sein Einsatz beim Beutelwechsel kommt. Nämlich dann, wenn der Beutel mit der Dialyseflüssigkeit an dem Infusionsständer aufgehängt werden muss. Denn nur so läuft die Flüssigkeit gleichmäßig durch den Schlauch nach unten in die Bauchhöhle. Mehr über die Erfahrungen der beiden Dialyse-Patienten und die Heimdialyse lesen Sie in unserem Baxter-Feature.