Zuckerkonsum und Softdrinks führen zu Übergewicht

Mit der Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft sind Zucker, Salz und Fett – einst äußerst knappe und auch teure Güter – billig, immer und überall verfügbar geworden. Im Wettbewerb um Kunden tüfteln Chemiker und Ernährungswissenschaftler in der Lebensmittelindustrie Produkte aus, die dem Gaumen schmeicheln und den Menschen mental von bestimmten Geschmackstypen abhängig machen. Wichtigstes Hilfsmittel: der Zucker, weshalb der Zuckerkonsum steigt. Er befindet sich nicht nur in Süßigkeiten, sondern auch in sauren Gurken, Roter Beete, Rotkohl, Mayonnaise oder Tomatenmark – und den allermeisten Fertiggerichten. Und es ist bequem: Cola, Chips, Couch und die Sportschau – so sehen Feierabend und Wochenende in Millionen Haushalten aus. Maximale Kalorienaufnahme bei minimalem Kalorienverbrauch.

Übergewicht – eine Epidemie

Die Folgen sind sichtbar: Mehr als 16 Millionen Deutsche, gut jeder Fünfte, sind schwer übergewichtig (adipös) mit einem Body-Mass-Index von über 30, wie eine Studie im Auftrag der DAK Gesundheit ergab. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung leiden rund zwei Millionen Kinder – rund 15 Prozent – unter Übergewicht, jedes dritte davon ist adipös. Übergewicht ist nach inzwischen einhelliger Überzeugung eine der wichtigsten Ursachen für die großen Volkskrankheiten: Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

Softdrinks und Zuckerkonsum machen krank

Der Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke, vor allem Softdrinks, und Übergewicht ist nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft „überzeugend“ belegt. Studien­teilnehmer, die mehr als eine Portion von 250 Millilitern eines zuckerhaltigen Getränks täglich verzehrten, hatten über einen Zeitraum von acht Jahren ein Kilogramm jährlich zugenommen. Wer hingegen weniger als einmal pro Woche einen solchen Softdrink konsumierte, nahm pro Jahr im Schnitt nur um 150 Gramm zu. Auch der Zusammenhang zwischen hohem Zuckerkonsum und Diabetes mellitus Typ 2 ist inzwischen bewiesen: Studienteilnehmer, die täglich mehr als 250 Gramm eines zuckerhaltigen Getränks verzehrten, hatten ein um 80 Prozent höheres Risiko, in den nächsten fünf Jahren an Diabetes zu erkranken. Das heißt: Wer täglich eine kleine Dose oder Flasche Limo (0,33 Liter) trinkt, lebt auf Dauer gefährlich. Erfahren Sie in dem Artikel von Helmut Laschet, warum das Geschäft mit den süßen Softdrinks so profitabel ist – und andere Länder bereits eine Zuckersteuer erheben.

  • Text: Helmut Laschet