Musikkolumne: Die Kunst des Scheiterns

Die Musik in der Popkultur ist seit eh und je geprägt von großen Gefühlen. Auch heute klingt in so manch einem Liebeslied auch ein Hauch von Selbstzweifel und Verzweiflung mit. Die Grenze zwischen der eigenen Person und der Künstlerfigur ist auch insbesondere bei Musikern fließend, sodass persönliche Ängste oder Probleme in die Kunst mit einfließen können.

Die Angst vor dem Scheitern

Der Extreme Druck, stets funktionieren zu müssen, kann auch bei Musikern extreme Folgen nach sich ziehen. Die Angst vor dem Scheitern, sowie das Gefühl den hohen Erwartungen und überhöhten Selbstansprüchen nicht gerecht zu werden, kann bei Künstlern extreme Existenzängste, Depressionen und Angststörungen auslösen.

Musik als Selbsttherapie

So kommt es vermehrt vor, dass Musiker eben diese Ängste und Selbstzweifel in ihrer Kunst verarbeiten. Auch in der Rap-Musik thematisieren Künstler wie Sido oder Casper ihr persönliches Scheitern für eine breite Masse. Das rege Interesse an solchen emotionalen Werken spricht dafür, dass viele Künstler mit ihren Sorgen und Problemen vom Publikum verstanden und ernst genommen werden. Wie im antiken Drama, leidet das Publikum mit und versinkt dabei im Gefühl der Katharsis, sodass man schließlich sagen kann: „Musiker leiden stellvertretend für uns.“

Scheitern als Chance

Vor allem durch unser Scheitern können wir Rückschlüsse auf unsere Fehler ziehen und diese in Zukunft vermeiden. Wenn wir dann einen Lieblingssong hören, können wir uns aus sicherer Distanz zurücklehnen und das Scheitern als Chance verstehen. Lesen Sie dazu mehr im Beitrag „Sweet Dreams? Über geplatzte Träume und die Kunst des Scheiterns“ von Jayne Cash.