Demografischer Wandel: Wer fühlt sich hier alt?

Die Verteilung der Bevölkerungsschichten hat sich in Deutschland bereits verschoben. Die älteren Menschen überwiegen zahlenmäßig die jüngeren, die Lebenserwartung steigt, während die Geburtenrate sinkt. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Vor allem die positive Entwicklung, dass wir Menschen immer länger leben, also die sinkende Sterblichkeit der Altersgruppe der über 65-Jährigen, wirkt sich auf den demografischen Wandel. Nun gut, Deutschland wird älter. Aber was bedeutet das für die Lebensqualität im Alter?

Demografischer Wandel und seine Folgen

Von den Befragten einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung schätzen 65 % den demografischen Wandel eher als Risiko ein, weniger als Chance. Fast zwei Drittel denken dabei primär an Altersarmut – trotz längerer Lebensarbeitszeiten –, schlechte Pflege und steigende Rentenbeiträge. Die Veränderung hin zu einer alternden Gesellschaft scheint wenig positiv behaftet zu sein.

Die gute Nachricht: die Älteren fühlen sich besser, als man denkt

Für die meisten lebt es sich im Alter gut und sie sind zufrieden mit ihrer Lebensqualität. Das Angebot an Vorsorge und präventiven Maßnahmen, die die Gesundheit erhalten oder gar verbessern, nimmt zu. Hygiene, Ernährung und die Wohnsituation verbessern sich stetig. Die dadurch gewonnenen Jahre sind daher zum größten Teil auch gesunde Lebensjahre, die die Lebensqualität steigern. Jahre, die aktiv genutzt und gelebt werden dürfen.

Ein Wunsch: Selbstbestimmt im Alter

Immer wichtiger wird zudem das Thema Selbstbestimmtheit im Alter. Nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung wünschen sich 94% der befragten Senioren, so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben zu können und damit auch ihren Alltag selbst zu bestimmen. Doch eine Angst schränkt diesen Wunsch ein, denn laut der Befragung befürchten 30 %, dass im Alter niemand da sein wird, der sie pflegt, und sie dann notgedrungen in ein Heim ziehen müssen. Deshalb ist es umso wichtiger, sich für so einen Fall zu wappnen und sich bereits früh Gedanken darüber zu machen: Wie will ich im Alter leben? Nur so können wir sichergehen, dass die Lebensqualität eben keine Frage des Alters ist, sondern eine Sache der eigenen Entscheidung.