Ein Leben im Scheinwerferlicht

Bei Musikern ist der Leistungsdruck hoch – man muss ständig kreativ sein und abliefern, die Menschen überraschen, in den Medien glänzen und ständig dabei die Angst, dass morgen schon alles vorbei sein könnte und man alles verliert. Dazu kommt noch der Druck von der Familie, dem eigenen Perfektionismus oder der Gesellschaft. Viele Künstler verarbeiten das in ihrer Musik, mindestens genauso viele Künstler greifen zu Alkohol und Drogen, um sich die nötige Energie zu beschaffen oder um einfach mal alles für einen Moment zu vergessen.

„Pressure pushing down on me“

Vom Label kam Leistungsdruck, von der Familie privater Druck, weil er nicht zu seiner Kultur stand, dazu Druck von der Gesellschaft, weil zu jener Zeit Bisexualität noch nicht geduldet wurde. Der Komponist, Leadsänger und Mitbegründer der britischen Band Queen Freddie Mercury zerbrach an dem Gefühl, anders zu sein, und fühlte sich oft einsam, obwohl Millionen von Fans ihn weltweit feierten. Dieses Gefühl spülte er mit Alkohol und Drogen hinunter und sorgte dafür, dass das Haus stets voll war und die Party niemals endete.

Sind Prominente anfälliger für Depressionen und Suchtprobleme?

Prof. René Hurlemann, stellvertrender Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Bonn, erklärte in einem Interview mit „Neue Westfälische“, dass gerade Künstler und Entertainer Eigenschaften aufweisen, die sie anfällig für Depressionen und Suizidgedanken machen. In der Regel sind es unsichere, manchmal traumatisierte Menschen, die durch die öffentliche Anerkennung ihr Selbstwertgefühl aufbauen.

Als Prominenter hat man außerdem besseren Zugang zu Drogen und Alkohol, wenn der Künstler zusätzlich noch impulsiv ist, erhöht das auch das Risiko, dass er seine Suizidabsicht in die Tat umsetzt. Dabei könnte man denken, dass Erfolg, Geld und Zuspruch aus der Krise helfen könnten. Hier verneint Prof. Hurlemann, denn unsicher und erfolgreich zu sein, bedeutet auch, unter Erfolgsdruck und der Furcht zu versagen zu stehen.