Pflegenotfall: Tipps, was Sie aus der Ferne tun können

Viele Eltern sind lange erstaunlich fit. Doch dann kommt plötzlich die Nachricht: ein Sturz, ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall, Krebs, Demenz oder einfach Altersschwäche. Eine Situation, die alle Angehörigen und auch die Eltern am liebsten im Vorfeld verdrängen. Und die dann umso hilfloser sind, wenn der Ernstfall eintritt: Pflegenotfall. Was tun, wenn der eigene Wohnort weiter entfernt ist und sie nicht „mal eben nach dem Rechten schauen“ und Unterstützung leisten können? Damit dieses Szenario nicht zur Zerreißprobe wird, ist es ratsam, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und die richtigen Anlaufstellen zu kennen.

Erste Anlaufstellen

Trifft der Ernstfall ein, finden Angehörige aus der Ferne online sowie telefonisch schnell Hilfe bei den Anlaufstellen der Gemeinde: Kommunale Behörden bieten in der Regel verschiedene Pflegeberatungen und Pflegedienste an. Darüber hinaus gibt es, von den Bundesländern initiiert‚ sogenannte „Pflegestützpunkte“, die über alles Wichtige informieren sowie Antragsformulare oder konkrete Hilfestellungen liefern.

Gute Vorbereitung

Idealerweise bereitet man sich bereits im Vorfeld auf den Ernstfall vor. Ratsam ist, sich beim nächsten Besuch der Eltern über eventuelle gesundheitliche oder Sicherheitsprobleme zu informieren. Gemeinsam sollten sie notwendige medizinische, finanzielle und juristische Unterlagen zusammenstellen wie zum Beispiel Vorsorgevollmachten. Hilfreich ist zudem eine Liste der Personen und ihrer Kontaktdaten, die in der Nähe helfen könnten und ansprechbar sind, wenn die Eltern nicht zu erreichen sind.

Berufliche Auszeit

Ab Eintritt der Pflegesituation können in Deutschland lebende Angehörige außerdem eine berufliche Freistellung für bis zu zehn Tage erbitten, um sich um die Erstversorgung und die weitere Planung der Pflege zu kümmern. Für diese Zeit steht ihnen das Pflegeunterstützungsgeld zu, das bei der Pflegekasse der Pflegebedürftigen beantragt wird. Weitere Informationen und Tipps für Angehörige, die sich entscheiden die Pflege selbst zu übernehmen, erfahren Sie in unserem Beitrag: „Plötzlicher Pflegefall, und jetzt?“ von Swantje Puin.