Bewusste Therapieentscheidungen versprechen Erfolge

Frau Prof. Dr. Christiane Erley ist Chefärztin der Klinik für Nieren und Hochdruckerkrankungen am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof. Sie ist außerdem Vorstandsmitglied der Kommission Frau und Niere und der Berlin-Brandenburgischen Gesellschaft für Nephrologie. Frau Prof. Dr. Erley kann aus jahrzehntelanger Erfahrung schöpfen – sowohl in der Anwendung verschiedener Therapieverfahren wie auch in der langfristigen Begleitung nierenkranker Menschen. Wir wollten deshalb von ihr wissen, wie Ärzte und Patienten die besten Therapieentscheidungen treffen können.

  • Interview: Eva Hasel
  • Fotos: Beatrice Grundheber

Wenn ich morgen durch eine Nierenerkrankung dialysepflichtig werden würde, welche Optionen zur Behandlung hätte ich?

Behandlungsmethoden, die bei einem Ausfall der Nieren deren Entgiftungs- und Ausscheidungsfunktionen übernehmen, bezeichnet man als Nierenersatztherapie. Dazu gehören die Peritonealdialyse (PD), die Hämodialyse (HD) und die Nierentransplantation.

Sind die beiden Dialyseoptionen gleich effektiv und erfolgreich?

Ja, wenn sie von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten angewandt werden. Es gibt viele Untersuchungen zur Dialyseeffektivität und -sterblichkeit, da schneiden beide Verfahren gleich gut ab. Zu allen Verfahren gibt es auch klare Qualitätsstandards, zum Beispiel die „Qualitätssicherungs- Richtlinie Dialyse“ des Gemeinsamen Bundesausschusses. Dort werden auch Dialysezentren erfasst und auf die Einhaltung dieser Standards hin überprüft. Wenn also zum Beispiel in einer Praxis die Quote für Katheterbehandlungen überdurchschnittlich hoch ist, muss sie sich im Zweifelsfall vor einer Qualitätssicherungskommission verantworten.

Welches Verfahren empfehlen Sie welchen Patienten?

Es muss immer individuell abgewägt werden, welches Verfahren sich für welchen Patienten besser eignet. Hier spielen viele gesundheitliche und soziale Faktoren eine Rolle. Wenn ein Patient aber grundsätzlich für die PD infrage kommt, ist neben der größeren Unabhängigkeit sicher auch vor allem die Restdiurese ein Vorteil. Das heißt, die Patienten scheiden noch länger und mehr Urin aus als bei der Hämodialyse. Das erlaubt zum einen größere Trinkmengen, zum anderen reduziert es die Komplikationen im Fall einer späteren Transplantation.

Was wären Gründe, die einen Patienten von der PD ausschließen?

Grundsätzlich wären das alle Erkrankungen, die das Legen des Bauchkatheters erschweren, zum Beispiel viele vorangegangene Bauch-Operationen oder entzündliche Darmerkrankungen. Aber auch hier gilt: Dazu gibt es keine pauschalen Aussagen, jeder Patient muss individuell betrachtet werden.

Das ganze Interview lesen Sie in unserer digitalen Ausgabe von LEBENLANG.