Tipps für den Urlaub mit Pflegebedürftigen

Verschiedene Formen der Pflegebedürftigkeit können mittlerweile im Grunde am Strand oder in den Bergen behandelt werden. Pflegebedürftige erleben einen Tapetenwechsel, werden aber dennoch gut versorgt, während die Angehörigen in der Auszeit endlich neue Kräfte sammeln können. Immer mehr Anbieter machen solche Pflegereisen möglich. Allerdings sollte man nicht freudestrahlend auf das erstbeste Angebot eingehen. Ein Pflegeurlaub will genau geplant sein und stellt ganz besondere Anforderungen an die Anbieter. Wenn man ein paar Punkte beachtet, kann man das Abenteuer Urlaub trotz Pflegebedürftigkeit allemal wagen. Hier kommen unsere Tipps:

Angebote der Reiseanbieter sollten verglichen werden

Immer dann, wenn ein Reiseanbieter eine generelle Pflegetauglichkeit bewirbt, ist Vorsicht angesagt. So hat der Demenzkranke naturgemäß andere Ansprüche an seine Umgebung als der Rollstuhlfahrer. Neben Barrierefreiheit geht es auch um psychologische Einflüsse. So kann man schon architektonisch eine Umgebung für Demenzerkrankte schaffen, die zum einen beruhigend wirkt, zum anderen aber die Weglauftendenz aufgreift und diese umgeht. Weitere Kriterien sind das Vorhalten geeigneter Medikamente und – in erster Linie – spezialisierte, persönliche Betreuung.

Auszeit für pflegende Angehörige

Wenn der pflegende Angehörige Urlaub braucht oder erkrankt, kann er schon heute finanzielle Hilfen beantragen, damit er für den Zeitraum seiner Abwesenheit eine Pflegekraft zu Hause zahlen kann. Während dieser sogenannten Verhinderungspflege wird die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegelds weitergezahlt.

Neues Jahr, neue Möglichkeiten

Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz macht es ab Neujahr unter anderem möglich, den pflegenden Angehörigen mitzunehmen, wenn die Betreuungsperson sich in Reha begibt. Mit Pina Colada und Strand hat der Urlaub dann in der Regel wohl eher nicht viel gemein. Dennoch könnte das neue Gesetz in manchen Fällen für längst vergessene Urlaubsgefühle sorgen. Wünschenswert wäre es. Es besteht dann gegenüber der Krankenkasse sogar ein Anspruch darauf, dass der oder die Pflegebedürftige in derselben Einrichtung aufgenommen und versorgt wird. Soll die oder der Pflegebedürftige in einer anderen Einrichtung untergebracht werden, koordinieren Pflegekasse und Krankenkasse die Unterbringung – die Kasse bezahlt.