Demenz mit Lebensfreude begegnen

Viele junge Menschen machen sich gewöhnlich selten Gedanken über das Alter und mögliche Krankheiten, die im Alter auf sie zukommen könnten. Doch wenn eines Tages ein Verwandter an Demenz erkrankt, verändert sich auch das Leben der Angehörigen schlagartig. Was kommt auf die Beteiligten zu? Welche Hilfsangebote gibt es bei Demenz für Erkrankte und Angehörige? Sophie Rosentreter, die mitunter „Ilses weite Welt“ für Demenzkranke geschaffen hat für  und Joelle Wörtche mit ihrem Projekt „Demenzmagazin“ haben Demenz zu ihrem Thema gemacht: Mit ihren jeweiligen Projekten unterstützen sie Erkrankte und deren Angehörige. Uns haben sie erzählt, welche persönlichen Erfahrungen dahinterstehen und was uns die Krankheit Demenz lehren kann.

  • Text: Eva Hasel

Schuldgefühle bei Angehörigen

Vielen Angehörigen fällt es schwer ihre nahestehenden Eltern oder Großeltern in ein Heim abgeben zu wollen und die Verantwortung an andere zu übergeben. Schließlich sei man es doch den eigenen Eltern schuldig, denken viele der Angehörigen. „Das kriegen wir hin, dachten wir“, so Sophie Rosentreter. Auch Joelle Wörtche erzählt von dem festen Vorsatz, ihre Großmutter bis zum Ende zu Hause zu pflegen. Zwei Jahre lang funktionierte das auch – sie und ihre Mutter leisteten die Betreuung gemeinsam neben Studium und Beruf. Doch dann verschlechterte sich der Zustand der Großmutter, sie brauchte Aufsicht rund um die Uhr. „Das konnten wir nicht mehr leisten“, so Joelle Wörtche.

Das Loslassen als größte Herausforderung

Joelle Wörtche beschreibt es als größte Herausforderung, den „Plan“, die eigene Großmutter zu Hause zu pflegen, loszulassen: sich einzugestehen, dass man die Pflege nicht alleine leisten kann und sich für andere Wege und Menschen öffnen muss. Nun zu sehen, dass es der Großmutter in der Pflegeeinrichtung sehr gut geht, dass es letztlich die richtige Entscheidung für alle war – „Das ist Glück.“

Was uns Demenz lehren kann

Für jemanden stehen zu bleiben, Mitgefühl zu zeigen – das kann uns die Demenz lehren. Denn wie Sophie Rosentreter betont: „Ja, die geistigen Fähigkeiten gehen zurück. Man kann nicht mehr gut rechnen, sich orientieren oder sprechen. Aber es gibt ja noch einen anderen Geist: die Seele – und die bleibt bis zum Schluss.“