Pflege für die Seele – die Seniorenassistenz

Für viele Senioren kommt einst der Tag an dem die Einsamkeit überwiegt, wenn Freunde und Lebenspartner verstorben sind, Verwandte nicht immer gleich um die Ecke wohnen und die eigenen Kinder arbeitsbedingt keine Zeit finden können. Auch die eingeschränkte Mobilität im Alter macht es oft schwierig, selbst jemanden zu besuchen. In Fällen wie diesen gibt es Menschen wie Annette Lauter, die als Senioren-Assistentin tätig ist. Sie arbeitet dafür, älteren Senioren und Seniorinnen wieder ein vertrautes Gefühl zu geben – ein Gefühl der Nähe, Sicherheit und Gemeinschaft. Wir haben mit Frau Lauter gesprochen, die als Seniorenassistentin unserer Gesellschaft ein Stück zurückgibt.

Wie können Sie als Senioren-Assistentin helfen?

Ich biete Senioren-Assistenz als Säule zwischen Hauswirtschaft und Pflege an: Beschäftigung, Begleitung, Beratung, Besorgungen und die Bearbeitung von offizieller Korrespondenz. Ich entlaste pflegebedürftige Menschen, die sich nicht mehr trauen, alleine ins Theater zu gehen, sich nicht mehr motivieren können, ihren Lieblingskuchen nur für sich alleine zu backen, oder sich damit überfordert fühlen, Rechnungen termingerecht zu bezahlen, alleine einkaufen zu gehen oder einen Überblick über ihre Dokumente zu behalten. Angehörige gewinnen durch meine Arbeit die Sicherheit, dass ihre Eltern gut umsorgt sind. Ich gebe in vielen Fällen den Anstoß, die Versorgungssituation neu zu organisieren. Viele Seniorinnen und Senioren leben in Wohnungen, die weder altersgerecht noch sicher sind. Ein Hausnotruf kann manchmal schon Sicherheit geben. Aber ich organisiere häufig auch die Beantragung eines Pflegegrades, über den weitere Unterstützungsleistungen ermöglicht werden.

Arbeiten Sie ehrenamtlich oder was kostet die Senioren-Assistenz?

Die meisten meiner Kundinnen und Kunden bezahlen keinen Cent. Die Senioren-Assistenz kann über die Verhinderungspflege und die Kurzzeitpflege abgerechnet werden. Ich prüfe dabei in jedem Fall vorab, ob die Mittel anderweitig abgerufen werden könnten – etwa von pflegenden Angehörigen. Ich verstehe die Gesundheitsversorgung nicht so, in Konkurrenz mit anderen Akteuren zu treten, sondern in Kooperation. Viele Menschen zahlen manche Leistungen selbst, weil es ihnen wichtig ist, dass ihre Angehörigen gut umsorgt sind.

Das ganze Interview finden Sie in unserer digitalen Ausgabe von LEBENLANG.