Was tun bei chronischen Schmerzen?

Schmerzen aller Art sind zum einen eine ganz persönliche Angelegenheit und zum anderen ein wichtiges Alarmsignal in gefährlichen Situationen. Doch im Gegensatz zu akuten Schmerzen sind chronische Schmerzen immer eine ständige körperliche und seelische Belastung für Betroffene. In unserem Beitrag „Tut weh? Tut gut?“ betrachten wir das Thema „Chronische Schmerzen“ und blicken auf deren Auswirkungen und mögliche Therapiemethoden dagegen.

Wenn die Schmerzen bleiben

Sobald der Schmerz also den Bezug zum auslösenden Ereignis verliert, zeitlich unbeschränkt dauern kann, verliert er auch seine Warnfunktion auf eine drohende oder schon eingetretene Gewebestörung. Dann sprechen Mediziner oft von chronischen Schmerzen. Das Gehirn kann diese zum Beispiel erlernen. Auslöser sind zum Teil belanglose Erinnerungen, Stress oder Emotionen.

Individuelle Therapie bei chronischen Schmerzen

Für die richtige Therapie ist es wichtig, die Mechanismen zu kennen, die bei der Entstehung des Schmerzes eine Rolle spielen. Vor allem bei chronischen Schmerzen habe sich die multimodale Schmerztherapie etabliert: ein individuell für den Patienten maßgeschneidertes Behandlungskonzept aus unterschiedlichen Verfahren. Dazu können Physiotherapien, Akkupunkturen, Massagen oder Medikamente gehören.

Schmerzen sind auch Kopfsache

Weil Schmerzwahrnehmung situationsabhängig ist, helfen oft auch Trainings wie Autosuggestion, Hypnose und Gegenirritationsverfahren: „So können Zustände erreicht werden, bei denen das Gehirn in die Lage versetzt wird, auf den ersten Blick starke Schmerzreize nicht als solche zu empfinden“, weiß Dr. Michael Überall, DGS-Vizepräsident und Präsident der Deutschen Schmerzliga. Denn Schmerzempfindung ist eine Frage der Wahrnehmung. Und die kann durch tiefe Entspannung, Ablenkung und sogar Stress positiv beeinflusst werden.

Lernen mit den Schmerzen zu leben

Neben therapeutischen Ansätzen setzt Dr. Überall gerade bei chronischen Schmerzen auf Aufklärung. Es gelte, das Problem Schmerz zu rationalisieren, zu entstigmatisieren und zu entmystifizieren. Und das gelinge am besten über Akzeptanz des Schmerzes, ohne sich aber darin aufzugeben. „Ein erfülltes Leben ist auch mit chronischen Schmerzen möglich und es ist die beste Therapie schlechthin.“