Ernährung – so individuell wie die Dialyse

Sabine Echterhoff ist Ernährungsexpertin und hat sich auf die komplexe Ernährung von Dialysepatienten spezialisiert. Sie kennt sich mit dem Thema aus, hat bereits unzähligen Nieren- und Dialysepatienten beratend zur Seite gestanden. Sie weiß, mit welchen Sorgen die Patienten während ihrer Dialyse der Ernährung gegenüberstehen. In unserem Interview erklärt sie uns, was Ernährung und Dialyse bedeutet und worauf es in diesem Zusammenhang wirklich ankommt.

Ernährung und Dialyse: das geht gut zusammen!

Sabine Echterhoff beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit dem Essen in der Dialyse. Wichtig ist ihr nicht die Stelle hinter dem Komma, sondern ein entspannter, aber ergebnisorientierter, individueller Umgang mit dem Essen. Sie ist überzeugt, dass Gewohnheiten nur in kleinen Schritten verändert werden sollten. Am besten da, wo es nicht so wehtut oder wo mit kleinen Veränderungen schon viel erreicht werden kann.

Sie haben bereits viele Nieren- und Dialysepatienten beraten: Was sind die größten Befürchtungen von Nierenpatienten über die Dialysezeit, die sie am Anfang haben?

Viele Nierenpatienten, mit denen ich zum ersten Mal spreche, haben sich zuvor in Zeitschriften oder im Netz informiert oder mit anderen Patienten über die Dialyse gesprochen. Sie haben eine vage Vorstellung, was auf sie zukommt. Auch beim Essen. Das ist einerseits gut. Beim Essen ist es manchmal kontraproduktiv, weil sie sich auf Dinge stürzen, die noch gar nicht aktuell sind. Die Dialyse ist eine sehr individuelle Therapieform. Was für den einen Patienten gilt, muss nicht gezwungenermaßen auch für den anderen gelten. Ich höre dann oft Sätze wie: „Ich darf kein Kalium essen!“ oder „Ich darf nichts mehr trinken!“ Ich fange dann erst einmal damit an zu erklären, wie wichtig es ist, dass der Körper genug Energie und Eiweiß bekommt.

 

„Der Ernährungsplan ist genauso individuell wie die Dialyse.“

 

Das Gefährliche hierbei ist, dass einige Patienten bspw. aus Angst vor zu viel Gewichtszunahme zwischen den Dialysen anfangen, weniger zu essen. So nehmen sie nicht ausreichend Kalorien zu sich und damit auch weniger Eiweiß. Dadurch verliert der Körper auf lange Sicht an Fett, Muskulatur und Körpermasse. Das Risiko steigt dadurch, anfälliger für andere Erkrankungen zu werden. Mangelernährung ist unter Dialysepatienten durchaus ein großes Thema. Das ist aber nicht allen bewusst.

Was ändert sich in meinem Ernährungsplan, wenn ich die Dialyse mache?

Das kommt darauf an, wo Sie anfangen. Ich empfehle immer, bei den sich ähnelnden und wiederkehrenden Mahlzeiten anzufangen. Das sind bei den meisten Menschen Frühstück und Abendessen. Eine Veränderung hier wirkt sich im besten Fall sieben Mal pro Woche aus. Wenn ich zu wenig Eiweiß esse, dann packe ich mir Quark unter die Marmelade. Und wenn ich Phosphat einsparen will, dann verändere ich die Brotsorte oder den Käse und denke an meinen Phosphatbinder. Und wenn ich weiß, dass mein Lieblingsessen viel Kalium enthält, dann überlege ich mir, wo ich bei den anderen Mahlzeiten einsparen oder austauschen kann.

Es ist nicht immer leicht, etwas beim Essen zu verändern. Gewohnheiten, die man über Jahre gepflegt hat, halten uns gerne davon ab. Und Gewohnheiten zu verändern, fordert sicherlich am Anfang mehr Disziplin und Durchhaltevermögen.

Das ganze Interview mit der Ernährungsexpertin Sabine Echterhoff lesen Sie im Magazin.