Die Wissenschaft über das ewige Leben

Die Mutmaßungen und Mythen zum Thema „ewiges Leben“ ranken sich wie wild wucherndes Efeu durch die Generationen und Jahrzehnte. Was ist bereits möglich und wie weit wollen wir überhaupt gehen? Dieser Artikel gibt Ihnen kompakte Einblicke in eine Thematik, die an Komplexität und anhaltender Popularität nur schwer zu überbieten ist: Unsterblichkeit.

Was ist Altern? Der Drang nach Unsterblichkeit ist eng verbunden mit der Frage, wie sich die Alterungsprozesse aufhalten lassen. Es bietet sich daher an festzuhalten, was Alter bzw. Altern überhaupt ist. Auf diese Frage gibt es mehrere Antworten, denn in den Alternswissenschaften (= Gerontologie) wird zwischen verschiedenen Altersdefinitionen unterschieden.

Alter ist letztlich nicht mehr als ein mehrdimensionales Konzept. Unterschieden wird hierbei zwischen diesen Ansätzen:

 

1) kalendarisches Alter

2) biologisches Alter

3) funktionales Alter

4) psychologisches Alter

5) soziologisches Alter

 

Das kalendarische Alter

Das kalendarische Alter drückt nicht mehr aus als die Anzahl an Jahren, Monaten, Tagen usw, die wir am Leben sind. Wir haben also sogar schon ein Alter, bevor wir überhaupt das Licht der Welt erblicken. Und dennoch: Offiziell und im kalendarischen Sinne markiert der Zeitpunkt der Geburt den „Auftakt“ unseres Lebens. Wenn es um die Durchsetzung von Regeln geht, um das Erteilen von Erlaubnissen, um das Einteilen in Gruppen und dergleichen, wird in der Regel auf das kalendarische Alter zurückgegriffen. Ein Berufen auf das kalendarische Alter macht es Institutionen leichter, Individuen unserer Gesellschaft zu organisieren. Als Beispiele können hier die Fahrerlaubnis, der Kauf von Genussmitteln und der formale Renteneintritt genannt werden.

Das biologische Alter

Das biologische Alter wird anhand körperlicher Merkmale, beginnend auf molekularer Ebene, bestimmt. Dazu zählen zum Beispiel Genmutationen als Resultat mangelhafter DNA-Reparatur, erschöpfte Zellerneuerung und Störungen des programmierten Zelltodes. Letzterer gewährt im Idealfall der Vermehrung fehlerhafter Zellen Einhalt, womit der Körper Krankheiten wie Krebs im Keim erstickt. Äußerlich schlagen sich die genannten Veränderungen zum Beispiel in einem veränderten Hautbild, veränderter Haarstruktur und –farbe, abnehmender Muskelspannung, schwächerer Sehstärke usw. nieder. Das biologische Alter spielt eine zentrale Rolle, wenn zum Beispiel die körperliche Fitness bestimmt werden soll.

Das funktionale Alter

Das funktionale Alter beschreibt die Fähigkeit einer Person, die Aufgaben des täglichen Lebens zu planen und zu bewältigen: Lebensmittel einkaufen, Termine vereinbaren und wahrnehmen, Post und ggf. E-Mails bearbeiten, selbst Auto fahren bzw. den eigenen Transport planen, Verpflichtungen und Interessen nachgehen und nicht zuletzt den Kontakt und das Miteinander mit Freunden und der Familie pflegen. Das funktionale Alter steht im Fokus der Betrachtungen, wenn zum Beispiel der Frage nachgegangen wird, ob eine Person hilfe- bzw. pflegebedürftig ist.

Das psychologische Alter

Das psychologische Alter lässt sich ganz einfach mit diesem Spruch zusammenfassen: „Ich bin so alt, wie ich mich fühle.“ – Was trauen Sie sich selbst zu? Was können und was wollen Sie tun? Welche Fertigkeiten haben Sie, welches sind Ihre wertvollsten Ressourcen und inwiefern schöpfen Sie Ihre Potenziale aus? Das psychologische Alter wird in den Blick genommen, wenn zum Beispiel die Einschulung eines Kindes ansteht. Es dient in diesem Beispiel der Beurteilung, ob das Kind den Anforderungen bereits gewachsen ist.

Das soziologische Alter

Während es beim psychologischen Alter darum geht, wie Sie sich selbst einschätzen, dreht sich beim soziologischen Alter alles um die Fremdeinschätzung. Wie also schätzen andere Ihre Fertigkeiten ein und welche gesellschaftlichen Rollen werden Ihnen (noch) zugeschrieben? Dritte schätzen Ihr Alter hier auf Grundlage Ihrer Verhaltensweisen, Ihrer Reife, Orientierungen und Kenntnisse ein. Deutlich wird das In Aussagen wie: „Sie ist zu jung, um eine gute Mutter zu werden.“ Oder: „Er verhält sich wie ein Kind, er ist nicht bereit, Vater zu werden.“

Mehr zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen über das „ewige Leben“ lesen Sie im Magazinbeitrag von Carolin Makus.