Rauchfrei in der Pflege?

Obwohl gerade in Deutschland in den letzten Jahren ein regelrechter Bewusstseinswandel in Bezug auf das Rauchen eingesetzt hat, rauchen immer noch 28,3 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren, wie eine Debra-Studie von 2018 zeigt. Unter den Pflegefachkräften liegt die Zahl der Raucher sogar bei 31 Prozent. Doch warum raucht im Pflegebereich jeder Dritte, und welche Alternativen gibt es für diejenigen, die nicht auf Nikotin verzichten wollen oder sogar können?

In der Pflege wird geraucht

Das Marktforschungsinstitut Psyma befragte im Auftrag der Philip Morris GmbH 120 Mitarbeiter aus der Kranken- und Altenpflege zwischen 18 und 66 Jahren. In der Studie gaben 28 Prozent der Befragten an, dass das Rauchen ihnen als Ausgleich in Stress- und Belastungssituationen dient. Das Rauchen ist für viele Raucher auch ein Mittel, den Arbeitsalltag zu strukturieren. Zug um Zug und von einer Raucherpause bis zur nächsten rauchen Pflegefachkräfte durchschnittlich zwischen 19 und 21 Zigaretten täglich.

Rauchen als „kollektives Event“

Vor allem verstehen ganze 38 Prozent der Befragten in der Psyma Umfrage das Rauchen als ein „kollektives Event“. Sich zusammen eine Auszeit zu gönnen, in kalten Zeiten womöglich auch gemeinsam zu frieren, das Feuerzeug zu teilen oder schlicht und einfach ein Gefühl eines „sozialen Miteinanders“ zu erfahren treibt mehr als ein Drittel der Befragten an, weiterhin zu rauchen, sodass ganze 77 Prozent der Teilnehmer nicht dazu bereit wären, mit dem Rauchen aufzuhören.

Sie sind sich der Gefahren bewusst

Den meisten Pflegefachkräften (84 Prozent) ist bewusst, dass nicht das Nikotin, sondern die vielen Chemikalien, die während des Verbrennungsprozesses entstehen, das eigentliche Problem beim Rauchen darstellen. Trotzdem wird hingenommen, dass vor allem Nichtraucher am Rauchverhalten der anderen leiden müssen. Hierbei stellt nicht nur das Passivrauchen ein Problem für andere dar, sondern in vielen Fällen schon allein der Tertiärrauch, der kalte Zigarettenrauch, der nach dem Rauchen in Kleidung, Haut und Haaren der Raucher hängen bleiben. Mit dem Tertiärrauch können somit Schadstoffe, die beim Verbrennungsvorgang entstehen, an die Nichtraucher übertragen werden, wie es einige Mediziner festgestellt haben. In sozialen Berufen, wie auch in den meisten Pflegeberufen, stellt das Rauchen somit eine Bedrohung für Mitarbeiter und Patienten dar.