Robotik gegen Schwerstarbeit am Krankenbett

Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems zählen zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung. Oft liegen die Ursachen im Beruf – beispielsweise in der Pflege. Innovationen aus der Robotik können Abhilfe schaffen und Pflegekräfte von Schwerstarbeit entlasten. Lesen Sie mehr dazu in unserem aktuellen Beitrag von Helmut Laschet.

  • Text: Helmut Laschet

Neue Technologien sollen für Entlastung sorgen

Die Hochleistungsmedizin boomt, stößt aber von ihren Kapazitäten her an ihre Grenzen. So ist die Zahl der Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern allein zwischen 2015 und 2017 von 27.000 auf 35.000 gestiegen, während die Zahl der Mitarbeiter in der Intensivpflege eher rückläufig ist. Die Folge: Arbeitsverdichtung und steigende psychische und körperliche Belastung des Pflegepersonals. Nicht selten müssen Betroffene frühzeitig in Rente gehen, da ihr Körper den Strapazen nicht mehr standhalten kann.

Vorteile für Patienten, Pflegefachkräfte und Kliniken

Laut Dr. Alexander König von Reactive Robotics werden intelligente technische Innovationen in den nächsten Jahren derartige Belastungen kompensieren. Ein Beispiel ist der Einsatz von Exoskeletten, mit denen immobile Patienten allmählich wieder bewegungsfähig werden und laufen lernen. 6.000 solcher Exemplare werden inzwischen in Deutschland genutzt. Nach einer sehr schwierigen Entwicklung aus der Laborphase in die reale Anwendung sei in den nächsten Jahren ein technologischer Sprung zu erwarten, sodass die Anwendung dieser Hilfsmittel rasant steigen wird, prognostiziert König.

Ein Roboter mobilisiert

Wichtig sei, dass sich die Entwicklung neuer Technologien darauf fokussiere, wo der Bedarf am größten sei. Das Forscherteam bei Reactive Robotics hat sich in den letzten Jahren darauf konzentriert, einen Heberoboter zur Frühmobilisierung von Patienten auf Intensivstationen zu entwickeln. Die Frühmobilisierung dieser Patienten ist ein entscheidender Einflussfaktor für ihren Genesungsprozess, zur Vermeidung von Komplikationen und vor allem auch für die Verweildauer auf der Intensivstation. Die Herausforderung dabei sei, so König, dass dies bei etwa 20 Prozent der Patienten – beispielsweise bei solchen, die beatmet werden – besonders aufwendig ist. Je nach medizinischer und pflegerischer Komplexität erfordert die Mobilisierung eines Patienten den Einsatz von bis zu fünf Pflegekräften. Je nach Gewicht des Patienten bedeutet dies auch enormen Kraftaufwand und darüber hinaus höchste Achtsamkeit und Präzisionsarbeit, weil die Patienten an etliche medizinische Geräte zur Überwachung, Beatmung und Infusion angeschlossen sind. Erleichtert werden kann die Arbeit auch durch den Einsatz spezieller Pflegebetten, die allerdings extrem teuer sind.

 

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie im aktuellen Heft von LEBENLANG.