Das Selbstwertgefühl stärken

Mit der „Body Positivity-Bewegung“ soll mehr Toleranz gegenüber Andersartigkeit in der Gesellschaft geschaffen werden. Initiativen und Kampagnen wollen Schönheitsideale aus den Medien und aus unseren Köpfen verbannen.

Kein Leben und kein Mensch auf der Welt sind perfekt. Jeder Mensch lebt mit seinen „Makeln“ – mal sind sie größer und auffälliger, mal sind sie klein und unter Kleidung versteckt. Nicht für jeden sind sie gleich zu sehen, doch sie sind da. In einer Welt, in der gesunde und schöne Menschen das Bild in den Medien prägen, fällt es einem schwer, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Doch wir sollten aufhören, uns an unrealistischen Bildern zu messen. Stattdessen sollten wir beginnen, uns mehr als Mensch zu akzeptieren – und der ist nicht perfekt.

Dein Makel ist Teil deiner Persönlichkeit und macht dich einzigartig

Es gibt Tage, an denen ist man mit sich selbst zufrieden, und dann gibt es solche, an denen man an sich selbst alles anzweifelt: Bin ich zu groß oder zu dünn? Stehen meine Ohren zu weit ab oder habe ich zu viele Muttermale? Keiner ist strenger mit uns als wir selbst. Bevor andere es überhaupt wahrnehmen, haben wir es schon als „Makel“ an uns identifiziert. Das Prekäre an den sogenannten „Makeln“: Wir neigen dazu, uns auf sie zu konzentrieren. Wir schenken unsere Aufmerksamkeit bestimmten Körperregionen und haben diese immer im Blick. Der Makel ist dann nicht nur auf unserem Körper, sondern irgendwann setzt er sich auch in unserem Kopf fest und beeinflusst unser Handeln. Das macht uns in manchen Situationen schüchtern; wir trauen uns bestimmte Sachen nicht mehr zu oder verstecken uns. Ein großer Teil unserer Lebensqualität geht so verloren.

Die Scham für den eigenen Körper

Woher kommt dieser Automatismus, sich wegen seiner Makel verstecken zu wollen? Die Mode- und Medienwelt hat sicherlich einen großen Teil dazu beigetragen. In der Werbung und in den sozialen Medien stoßen wir die meiste Zeit auf perfekte Körper, die vor Vitalität und Gesundheit nur so strotzen: Frauen und Männer mit jugendlicher Haut, vollem Haar und straffen Körpern, die einfach nicht zu altern scheinen. Als Betrachter beginnen wir irgendwann, diese Bilder unrealistischer Körper und Formen als Norm zu sehen. Dadurch verschiebt sich unser Selbstbild. Was wir demnach als schön empfinden, steht in keinem Bezug zur Realität mehr.

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