YouTube-Star und Best Agerin Greta Silver über Älterwerden, Glück und Erfolge

Sie ist 71 Jahre alt und möchte nicht einen Tag jünger sein. Mit Anfang 60 ist die Dreifachmutter noch einmal richtig durchgestartet: Im Internet steckt die „Best Agerin“ Greta Silver mit ihrer Lebensfreude an. Wir haben mit der Powerfrau über das Älterwerden, Glück und persönliche Erfolge gesprochen.

Greta, du wirbst für das Alter als eine der schönsten Zeiten des Lebens und willst gleichzeitig helfen, den Grauschleier der über dem Thema hängt, zu lüften. Ist es eine machbare Herausforderung?

Oh ja, die ist machbar und die funktioniert schon ganz wundervoll. Zwei Millionen Klicks auf meinem Kanal sprechen da schon Bände. Ein Aufatmen ist spürbar. Auch die 30- bis 45-Jährigen sagen mir „du schenkst uns eine Zukunft“. Die haben immer gedacht, ab 60 passiert nichts mehr. Aber auch die atmen nun auf. Zu erkennen, dass die Zeitspanne von 60 bis 90 genauso lang ist wie die von 30 bis 60, das muss man sich vor Augen halten.

Lebenslust kennt kein Alter. Was bedeutet es für dich, „sich jung zu fühlen”?

Mit 30 fragen wir uns: Was kostet die Welt? Wenn wir dieses Lebensgefühl im Alter wollen, ist es nicht automatisch durch ein bisschen Golf, ein paar Jahre Enkelkind-Betreuung oder Fahrten zum See getan. Wer das Lebensgefühl der 30er nochmal haben will, sollte das Alter wie ein Start-up-Unternehmen sehen. Ich nutze diese zweite Phase nochmal dafür, meine Träume zu verwirklichen. Das umzusetzen bedarf natürlich aktiver Handlung. Keiner kommt vorbei und fragt: Mensch, was soll ich dir heute Spannendes in den Terminkalender eintragen, was brauchst du für den Tag? Wir sind selber verantwortlich. Viele Menschen fühlen sich mit 60 noch jung. Da meine ich ganz klar: Dieses Gefühl sollten wir rauslassen! Es gibt keine gesellschaftliche Verpflichtung, die besagt, dass wir uns im Alter drinnen verstecken und einen grauen Mantel darüberlegen müssen. Alles ist legitim. Alles darf und kann. Da ist so viel möglich.

Glaubst du, Glück und Freude im Alter sind eine Frage der Einstellung?

Ja. Es liegt alles bei mir. Ich habe in meinem Leben viele Katastrophen durchlitten. Ich habe daraus gelernt und das Leben ging weiter. Vielleicht anders als zuvor, aber da wird es auch wieder schöne Sachen geben. In der Opferrolle kann man nicht glücklich werden. Ich habe lange so gelebt und gedacht, wenn mein Chef doch netter und mein Partner liebevoller wäre, dann wäre ich glücklich. Aber so funktioniert es nicht. Ich habe Geheimverträge hinter dem Rücken von Menschen abgeschlossen, die aber gar nicht wussten, dass ich sie für mein Glück verantwortlich gemacht habe. Denen habe ich die Schuld für mein Unglück in die Schuhe geschoben. Irgendwann habe ich gemerkt, dass das so nicht funktioniert. Ich allein trage die Verantwortung für mein Glück. Das ist wie im Flugzeug – die Sauerstoffmaske muss erst selbst aufgesetzt werden. Erst dann können wir für andere sorgen.

Das ganze Interview mit Greta Silva finden Sie in unserer aktuellen LEBENLANG!