Du bist schön! Unser großes Modeshooting

Was macht eine chronische Erkrankung mit dem eigenen Körpergefühl? Wie verändert sich die Selbstwahrnehmung, wenn ein Stigma bleibt? Wir durften vier Menschen bei ihren Spiegel-Begegnungen beobachten und haben viel gelernt über die Freiheit, sich selbst anzunehmen, und die Freude, immer wieder ein neues, schönes Ich zu entdecken.

Beate: Groß, schlank, lange, dunkle Haare und tiefbraune Augen – wenn Beate den Raum betritt, nimmt man sie sofort wahr. Sie hat etwas Anmutendes und Graziles an sich, das man nur schwer in Worte fassen kann. Beate ist 54 und kommt aus Nürnberg. Für unseren Shootingtag in Berlin hatte sie die weiteste Anreise, aber das war für sie kein Problem, denn dank der Peritonealdialyse (kurz PD genannt oder auch „Bauchfelldialyse“) ist sie sehr flexibel und an keine festen Termine gebunden. Die Dialyse bzw. den Beutelwechsel macht sie selbstständig vier Mal am Tag bei sich zu Hause oder unterwegs.

Angelika: Brustkrebs. Das ist für alle Frauen ein Schock. Wenn auf dem Ultraschall Auffälligkeiten im Gewebe festgestellt werden und dort dunkle Stellen zu sehen sind, bestätigt sich, was die meisten Frauen vorab schon gefühlt haben: den Tumor in Brust oder Achselhöhle. Auch bei Angelika (58) war das im Jahr 2010 so der Fall. Nach dem Ultraschall, vielen Untersuchungen und der darauffolgenden Diagnose im Februar desselben Jahres wurde bei ihr direkt im März die OP eingeleitet, um das von Krebs betroffene Gewebe – den Tumor – zu entfernen. Danach folgte die Chemo. Bei Angelika war allerdings nicht nur Brustgewebe betroffen, sondern auch ihre Lymphknoten in der linken Achselhöhle. Bei einer OP wurden ihr deshalb Lymphknoten entfernt. Ende 2013 haben sich die Krebszellen dann weiter großflächig in der linken Brustseite ausgebreitet und ihr Lymphsystem für immer geschädigt.

„"Eigenverantwortung ist auch mit Arbeit verbunden. Vor allem, wenn diese Verantwortung den Körper und die eigene Gesundheit betrifft." Boris “

Boris: Boris ist Norddeutscher und echter Kieler – dort ist er geboren und aufgewachsen, und das vor allem an Bord auf dem Wasser. Boris geht, seitdem er ein kleines Kind ist, segeln. Ob allein, mit Freunden oder seiner Frau und seinen vier Kindern – auf dem Wasser ist es schön, hier fühlt er sich wohl. Auf das Segeln irgendwann verzichten müssen? Das kann er sich nicht vorstellen. Auch seine chronische Nierenerkrankung hält ihn nicht davon ab, sich von Wind und Wasser treiben zu lassen. Boris zieht mit voller Kraft voraus. Und das seit 27 Jahren. Als er 20 Jahre alt war, bemerkte man, dass etwas mit seinen Nieren nicht stimmt. Nach ein paar Tests war schnell klar: Boris wird die Dialyse benötigen – voraussichtlich sein ganzes Leben lang. Im Schnelldurchlauf und schon eine Woche nach der Diagnose startete er mit seiner ersten Dialyse.

Claudia: Claudia (32) ist einer der Menschen, die mit ihrer Art und ihrem Lächeln die Personen um sich herum in ihren Bann ziehen kann. In ihrer Nähe fühlt man sich wohl, weil sie entspannt und zugewandt auf einen zugehen kann. Sie strahlt vor Energie. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie mit ihrem ehrenamtlichen Engagement bis heute schon so weit gekommen ist. Claudia setzt sich seit 2015 – dem Jahr, als bei ihr Darmkrebs diagnostiziert wurde – für die Darmkrebsvorsorge ein, unter anderem bei der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs. 2018 erhielt sie nicht nur den „Ehrenfelix“ der Felix Burda Stiftung für ihre ehrenamtliche Leistung, sondern sie brachte die Gespräche und Diskussionen über das Gesetz, nach dem die Krankenkassen die Kosten für die Konservierung von Ei-und Samenzellen junger Krebskranker mit Kinderwunsch übernehmen, ins Rollen, mit dem Ergebnis, dass das Gesetz in Deutschland nun wirklich in Kraft treten wird.

Die ausführlichen Geschichten zu unseren Shootingstars sowie die Bilder zur Fotostrecke finden Sie hier in der LEBENLANG.