Glücksministerin Gina Schöler über großes und kleines Glück

Gina Schöner hat ein ganz besonderes Amt inne. Sie ist selbsternannte Glücksministerin und regt dazu an, sich mit dem eigenen Wohlbefinden auseinanderzusetzen. Im Interview erzählt sie, wie sie ihre Botschaft verbreitet.

„Wir nehmen unser Glück selbst in die Hand“

Dein Ziel ist das „Bruttonationalglück für alle” auch in Deutschland. Was verstehst du darunter genau?

Alles begann mit einem Ende: aus der Abschlussarbeit ihres Design-Masterstudiums 2015 entwickelte Gina Schöler (32) das „Ministerium für Glück und Wohlbefinden”. Seitdem regt die selbsternannte Glücksministerin dazu an, sich mit dem eigenen Wohlbefinden auseinanderzusetzen. Ihr wichtigster Impuls in Social Media, ihrem Podcast, in Vorträgen, Seminaren, Workshops oder über kreative Mitmach-Aktionen wie die Glücksgespräche zum Weltglückstag 2019: dem Glück die „rosarote Brille“ abnehmen.

Du wurdest bei der Gründung des Ministeriums vor sieben Jahren von Bhutan und dessen „Bruttonationalglück” inspiriert. Warum hat dich das so angesprochen?

Ich war von Anfang an davon fasziniert – und bin es noch immer –, dass es so viele Möglichkeiten und Ideen gibt, Dinge anders zu machen. Das Bruttonationalglück von Bhutan ist als Denkweise faszinierend. Dieses kleine asiatische Binnenland interpretiert den großen Bereich der Wohlstandsmessung von einer anderen Perspektive her. Da geht es nicht um das wirtschaftliche Wachsen, das Höher-Schneller-Weiter, wegen dem wir regelmäßig gegen die Wand krachen und das zu Druck bis hin zu Burnout und Depression führt. Da geht es um das Wohlbefinden des Einzelnen. Das hat mich fasziniert. Wenn man bei uns über das Bruttonationalglück spricht, kommen oft Reaktionen wie „Hä, wie geht das? Warum machen wir das nicht in Deutschland?” Mir gefällt es, so auf positive Weise zu verwirren und zum Diskurs anzuregen. Dahingehend ist auch die Metapher des „Ministeriums” zu verstehen. Außerdem vermittelt ein Ministerium auch Seriosität. Glück und Wohlbefinden haben oft so einen soften Touch, davon wollte ich weg. Beides muss eine hohe Priorität bekommen, wenn man eine sozial nachhaltige Gesellschaft aufbauen möchte.

Dein Ziel ist das „Bruttonationalglück für alle” auch in Deutschland. Was verstehst du darunter genau?

Bruttonationalglück für alle bedeutet, dass wir – jeder Einzelne für sich – aktiv an der Thematik arbeiten. Statt Verantwortung abzugeben und zu warten, dass es tatsächlich ein Ministerium für Glück und Wohlbefinden gibt, bauen wir es von unten auf. Wir nehmen unser Glück selbst in die Hand.

Als Glücksministerin verbreitet Gina Schöler ihre Botschaft in Workshops, Vorträgen und ihrem eigenen Podcast.

Hier reinhören:

Das ganze Interview mit der Glücksministerin von Deutschland lesen Sie hier in der LEBENLANG.