Auf dem Weg zurück ins Leben – Patientenbegleitung bei schweren Erkrankungen und Weaning

Atmung erscheint uns allen selbstverständlich. Doch was passiert, wenn sie aussetzt? Die moderne Intensivmedizin kann nicht nur Leben retten, sondern den Weg zurück ins Leben ebnen.

Natürliche Atmung – Auf Endlosschleife programmiert

Über unsere Atmung machen wir uns kaum Gedanken. Und das ist auch gut so. Der lebensnotwendige Vorgang ist auf Endlosschleife programmiert, weil der Körper Sauerstoff braucht, ihn aber nicht speichern kann. Er wird aus der Luft aufgenommen, über die Atemwege in die Körperzellen transportiert und dort für die Energiegewinnung verwertet. Dabei entstehen Wasser und Kohlendioxid als „Abfallprodukte“, die über unsere Ausatmung den Körper wieder verlassen. Die Atemmuskulatur hält diesen Kreislauf aktiv in Gang: Bauchfell und Zwischenrippenmuskulatur sorgen dafür, dass sich der Brustkorb ausdehnt und das Lungenvolumen erhöht.

Künstliche Beatmung – Invasive und nicht-invasive Lebenserhaltung

Wenn die Atemmuskulatur zu schwach ist, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten, kann mechanisch weiter beatmet werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen invasiven und nicht-invasiven Methoden. Ist zum Beispiel im Rahmen einer schweren Erkrankung eine langfristige künstliche Beatmung notwendig, wird über Luftröhrenschnitt (Tracheostoma) eine Trachealkanüle direkt in die Luftröhre eingeführt. Bei Akutfällen legt man einen Trachealtubus durch den Mund in die Luftröhre. Die künstliche Beatmung mit einer Atemmaske (nicht-invasiv) erfordert im Gegensatz dazu weder künstliches Koma noch chirurgische Eingriffe.

Weaning – Zurück zur natürlichen Atmung

In vielen Fällen ist die Entwöhnung von der künstlichen Beatmung möglich. Aktuelle Erhebungen im Rahmen des Kompetenznetzwerks WeanNet besagen, dass es gelingt, ca. 60 bis 70 % der beatmeten Patienten in einem spezialisierten Weaning-Zentrum zu entwöhnen, d. h. die Atemmuskulatur wieder zu trainieren. Die Hälfte dieser Patienten schafft die Umstellung von der invasiven Beatmung mit Trachealkanüle zur nicht-invasiven Beatmung mit Maske und kann damit nach Hause entlassen werden. Ein wichtiger Schritt zu mehr Lebensqualität und einer längeren Lebenserwartung.

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