Politik greift ein – Eine Strategie gegen Zucker, Fett und Salz

Mehr als die Hälfte der erwachsenen Deutschen sind übergewichtig, mehr als 20 Prozent der Kinder gelten bereits als adipös. Mit einer „Reduktionsstrategie“ für Fett, Zucker und Salz will die Bundesregierung dem nun entgegenwirken. Doch die Ziele sind wachsweich, die Umsetzung erfolgt schleppend.

  • Text: Helmut Laschet

Als „einzigartig“ in Europa rühmt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) seine Reduktionsstrategie für Zucker, Fett und Salz. Denn drei Kernelemente machten den deutschen Ansatz „stark“: Die Zusammenarbeit von Bundesregierung, Bundesländern, Lebensmittelwirtschaft, Verbraucherschutz und Wissenschaft; die Konzentration auf Fertigprodukte und die Suche nach Innovationen in der Lebensmittelproduktion. Aber vor allem medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften zweifeln daran, dass es bis 2025 gelingen wird, den Anteil übergewichtiger Menschen in Deutschland spürbar zu senken.

Good Will der Ernährungsindustrie

Zucker, Fett und Salz sind die gefährlichsten Schurken bei der Entstehung von Übergewicht. Ihr Konsum soll reduziert werden. Dabei wählt die Bundesregierung den weichen Weg: Sie erwartet, dass es durch die betreffenden Branchen zu einer „zweistelligen prozentualen Reduktion des Zuckergehalts“ kommt. Bis 2020 soll dazu ein Bericht erstellt werden. Mit der Verminderung des Zuckergehalts kann auch die Kalorienzahl vermindert und die Nährstoffzusammensetzung verbessert werden. Besonderes Augenmerk gilt zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken: Wirtschaftsverbände haben sich verpflichtet, dafür eigene Zielvereinbarungen vorzulegen. Das soll überwacht werden – kurzfristig könnte nachgesteuert werden.

Zucker, Fett und Salz sind die Gefährlichsten Schurken bei der Entstehung von Übergewicht

Auch Milchprodukte und Frühstückscerealien sind eine wichtige Quelle für die Aufnahme von zu viel Zucker. Wie der reduziert und wie die Nährstoffzusammensetzung vor allem für Kinder und Jugendliche verbessert werden kann, dazu sollen die Milchwirtschaft und die Produzenten von Frühstückscerealien eine Zielvereinbarung vorlegen.

Den ganzen Beitrag zu dem Thema finden Sie im Dossier der aktuellen Ausgabe von LEBENLANG.

Außerdem ein Beitrag zu Übergewicht und Reduktionsstrategien bei Kindern, denn in jungen Jahren werden Geschmacksvorlieben und Ernährungsgewohnheiten eingeübt und bleiben für das ganze Leben prägend. Wie wäre es also, mit gutem Beispiel voranzugehen? In der Ausgabe stellen wir darüber hinaus drei Innovative Produkte mit besserer Nährstoffbilanz vor.