Vater und Sohn: zwei wie Land und Stadt.

Er ist auf dem Land aufgewachsen. Doch die Provinz ist nicht seine Welt. Der Journalist braucht die Stadt und wird Wahl-Hamburger mit Leib und Seele. Seine Heimat liebt er trotzdem. Weil er weiß, dass er dort immer Ruhe und Erholung finden kann. Der Wald wird zu einem Kraftort für ihn. Und der Mensch, der ihn seinen Wurzeln wieder nahe bringt, ist sein Vater. Ein berührendes Vater-Sohn-Portrait.

 

  • Text: Claudia Poguntke

Tschüss Landleben, hallo Stadt!

Vor über zwanzig Jahren kehrt der freie Journalist Roland Rödermund der Idylle seiner Heimat den Rücken zu. Das Provinzleben reicht ihm nicht. Er will reisen, die Welt entdecken. In der vibrierenden Medienstadt Hamburg steigt er zum erfolgreichen Kino- und People-Reporter auf. Doch irgendwann zwischen Kate-Moss-Interview und Filmfestival in Cannes wird ihm der Job zu laut. Und zu abgehoben. Er liebt die Großstadt, sehnt sich aber auch nach Ruhe. So entsteht die Idee seines Blogs stadtlandflow auf dem er Geschichten von „da draußen“ erzählt: vom Leben in der Stadt und auf dem Land und der Suche nach sich selbst. Seine Reisen führen ihn nach Skandinavien und seit einiger Zeit auch wieder häufiger ins westfälische Dorf Anröchte, wo er aufgewachsen ist. Während gemeinsamer Waldspaziergänge mit seinem 76-jährigen Vater Theo entsteht die Idee für das „Projekt Silberfuchs“.

Zurück zu den eigenen Wurzeln

LL: „Auf deinem Blog lässt du in kleinen lehrreichen, aber auch unterhaltsamen Video-Clips deinen Vater zu Wort kommen. Wie entstand die Idee für „Projekt Silberfuchs“?“

Roland Rödermund: „Ich hinterfrage dort, wie man als Stadtmensch mit einem ständigen Überangebot mehr Klarheit und Einfachheit in sein Leben integrieren kann. Auf dem Land schalte ich ab. Das musste ich aber auch erst lernen, und mein Vater Theo hat mich dabei sehr inspiriert. Was man von ihm an Wissen und Gelassenheit mitbekommt, gibt mehr Orientierung als jedes Coaching-Seminar.“

LL: „Du bist ja im wahrsten Sinne des Wortes „back to the roots“ und zu deinen Wurzeln zurückgekehrt. Kam mit der Nähe zur Natur auch eine Annäherung zwischen Vater und Sohn?“

Roland Rödermund: „Es macht total Sinn, dass unsere Annäherung ausgerechnet auf dem Land stattfindet. Mein Vater ist Jäger und Waldpädagoge und daher sehr naturkundig. Als Kind haben mich seine „Vorträge“ leicht genervt, als Jugendlicher gelangweilt. Je älter ich selbst werde, desto stärker wird dieses Gefühl, dass das einfache Leben meiner Eltern eigentlich auch erstrebenswert ist. Dass unendlich viel Weisheit in der Natur steckt und der Wald immer mehr zu einem Kraftort für mich wird.“

Das vollständige Interview können Sie auf drei Seiten in der aktuellen Lebenlang nachlesen.