Chemobrain – Die Folgen der Chemotherapie

Auch nach einer erfolgreichen Chemotherapie und einer Heilung haben viele Krebspatienten mit Spätfolgen zu kämpfen. Die Bloggerin, Autorin und LEBENLANG-Redakteurin Claudia Poguntke spricht über die Folgen der Behandlung und ihrem Weg zurück ins Arbeitsleben.

Vom Krebs zurück ins alten Leben

Die Rückkehr in meinen alten Job nach der Leukämie war ein deutliches Zeichen: Ich bin wieder auf den Beinen und unterwegs auf meinem neuen alten Lebensweg. Allein bei dem Ausblick auf Normalität tickte ich vor Freude fast aus, während der Personalbeauftragte einen recht besorgten Eindruck machte. Er sah nicht mehr die aufstrebende Kreativdirektorin in mir, sondern „das Risiko“ für die Agentur. Wer jung genug ist, Krebs im berufsfähigen Alter zu überleben – was glücklicherweise immer häufiger der Fall sein wird – kennt Vorbehalte dieser Art. Ich kann mich noch gut an meine Wut und Enttäuschung erinnern. „Ich bin nur stammzellentransplantiert, nicht gehirnamputiert.“

Chemohirn und das Chaos im Kopf

Ich war hoch motiviert und strotzte nur so vor Energie. Die pure Freude am Überleben stellte sämtliche „Langzeitzipperlein“ in den Schatten. Zwölf Chemozyklen, zwei Strahlentherapien und eine Stammzellentransplantation später saß ich euphorisiert in meinem alten Büro: bereit, den besten Job zu machen. Eine entscheidende Kleinigkeit ließ ich dabei komplett außer Acht: Ich vergaß, dass ich vieles vergaß. Chemobrain heißt dieses Phänomen. Eine neuropsychologische Folgestörung, die bei Stammzellentransplantierten nach Leukämie keine Seltenheit darstellt.

Synapsen spielen Pingpong

Google sei Dank, konnte ich einige Wissenslücken überspielen und mich so durch viele Gespräche mogeln. Ein paar kognitive Aussetzer waren aber auch nicht mit dem Smartphone in der Hand zu kompensieren. Das Internet konnte mir zum Beispiel nicht sagen, wie meine Schwester heißt: „Mama, kannst du deiner anderen Tochter bitte sagen, dass sie mich anrufen soll?“. An die Wortfindungsstörungen gewöhnte sich mein engstes soziales Umfeld schnell. Schwieriger wurde es im Büro. Da hatte ich schon mal das Auto fertig, statt der Präsentation. Oder wollte Kinder begrüßen statt Kunden. Meine Synapsen spielten Pingpong. Und ich fühlte mich wie der Tischtennisball der chinesischen Nationalmannschaft.

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