Wird Krebs beherrschbar?

Schon heute kann Krebs weitaus besser therapiert werden als noch vor 20 Jahren. Neue Testverfahren, bessere Früherkennung und neue Innovationen im onkologischen Bereich wecken Hoffnung auf mehr. Wird Krebs beherrschbar? Helmut Laschet zieht Bilanz.

  • Text: Helmut Laschet

Neue Untersuchungsmethoden

Neue molekularbiologische Untersuchungen haben zu einem viel besseren Verständnis für die Entstehung von Krebs geführt – und zu einer Differenzierung von inzwischen mehr als 200 verschiedenen Krebstypen, die auch nicht mehr an ein einziges Organ gebunden sind.

Frühe Nutzenbewertung von neuen Arzneimitteln

Erfolge sind bei der frühen Nutzenbewertung von neuen Arzneimitteln durch den Gemeinsamen Bundesausschuss seit 2011 sichtbar: 133 der insgesamt 349 Nutzenbewertungen betrafen Krebsarzneimittel. Sie sind derzeit das große Innovationsfeld der Pharmaindustrie. 75 Prozent der bewerteten Onkologie-Präparate wurde ein (teils beträchtlicher) Zusatznutzen zuerkannt; das liegt deutlich über dem Durchschnitt aller Arzneimittelinnovationen.

Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung

Ein Meilenstein war die Verabschiedung des Krebsfrüherkennungs- und Krebsregistergesetzes 2013 durch den Bundestag. Mit der Etablierung eines flächendeckenden Krebsregisters wurde endlich – 24 Jahre nach dem Untergang der DDR, die ein solches Register bereits realisiert hatte – die Gesundheitsberichterstattung auf eine neue Grundlage gestellt. Außerdem wurden die Früherkennungsuntersuchungen für Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs reformiert und neue, bessere Testverfahren eingeführt.

Verbesserung der Versorgungsstrukturen

Die Herausforderung ist, die bestmögliche Therapie für Patienten flächendeckend zugänglich zu machen. Das erfordert eine Vernetzung von niedergelassenen Onkologen mit den Forschungs- und Behandlungszentren an Universitätskliniken. Regelhaft entscheiden heute Tumorboards, die mit Ärzten aus unterschiedlichen Disziplinen – Onkologen, Pathologen, Chirurgen, Gynäkologen – besetzt sind, patientenindividuell über die Therapie. Eine Herausforderung bleibt die psychoonkologische Versorgung.

Schneller Zugang zu wirksamer und effizienter Behandlung

In der Arzneimittelversorgung ist das beispielsweise gewährleistet, weil jedes neu zugelassene Arzneimittel sofort von den Kassen bezahlt werden muss. Unmittelbar nach der Zulassung findet eine Nutzenbewertung statt, nach der sich entscheidet, wie hoch der Preis sein kann.

Stärkung der Patientenorientierung

Eine permanente Herausforderung bleibt die sachgerechte und verständliche Kommunikation mit und für Patienten. Die Informationsflut ist unübersichtlich, neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft und deren Erklärung für Laien sind eine Daueraufgabe.

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