Wolfgang Bosbach über seine Krebserkrankung

Im Jahr 2010 machte Wolfgang Bosbach seine Prostatakrebserkrankung öffentlich, zwei Jahre später, dass sie wegen fortgeschrittener Metastasen unheilbar ist. Dominik Maassen hat mit dem CDU-Politiker und ehemaligen Bundestagsabgeordneten über seine Erkrankung gesprochen.

Sie leben seit 2010 mit der Diagnose Prostatakrebs. Wie geht es Ihnen heute gesundheitlich?

Es geht mir den Umständen entsprechend, aber doch relativ gut. Anders formuliert: so lala. Positiv ist, dass ich jeden Tag das tun kann, was ich gerne tun möchte. Negativ ist, dass für mich eigentlich jeder Tag zu lange dauert. Denn diese bleierne Müdigkeit am Abend ist eine Folge der Therapie.

Unheilbar – können Sie sich noch an dieses Wort Ihres Arztes und seine Wirkung erinnern?

Natürlich kann ich mich noch daran erinnern. An jedes einzelne Wort. Wer wäre da nicht schockiert? Aber für mich gilt im Leben generell: Nie an Dingen verzweifeln, die man nicht ändern kann, und immer versuchen, aus einer schweren Situation das Beste zu machen. So auch hier.

Sie haben Ihren Krebs öffentlich gemacht – wie waren die Reaktionen der Menschen?

Ich habe mich öffentlich erklärt, als es nicht mehr zu verheimlichen war! Ich war oft in stationärer Behandlung und 30 Mal bei der Strahlentherapie. Im Wartezimmer würde mir ja doch kein Mensch glauben, dass ich da wegen Schluckbeschwerden oder Fußpilz sitze. Bevor wild spekuliert wird, sage ich lieber selber, was Sache ist. In Kitzbühel kam einmal ein Mann auf mich zu und sagte nur kurz: „Ich habe dasselbe wie Sie. Ich mache das genauso wie Sie. Ich lasse mich nicht unterkriegen!“ Kein Wort von Krebs, aber ich wusste sofort, was er meinte!

Wie lange hat es gedauert, bis Sie sich Ihr Motto „Jetzt erst recht“ für diese Lebenssituation bewusst gemacht haben? Und wie hilft es Ihnen bei dieser Erkrankung?

Keine fünf Minuten. Nicht mit dem Schicksal hadern. Nicht fragen: „Womit habe ich das nur verdient?“ Das bringt doch alles nichts. Kopf hoch und weiter geht es!

Das vollständige Interview lesen Sie in der digitalen Ausgabe von LEBENLANG.