Hashimoto: Eine rätselhafte Krankheit

Bei der Krankheit Hashimoto hält das Immunsystem die eigenen Schilddrüsenzellen irrtümlich für fremd – und greift sie an. Die Schilddrüse entzündet sich danach chronisch. Weil bei der Ursachenforschung die Medizin noch im Dunkeln tappt, müssen Ärzte ihr in der Diagnose erst einmal auf die Schliche kommen. In unserem Beitrag nehmen wir die Erkrankung genauer unter die Lupe.

Entdecker der Krankheit: Hakaru Hashimoto

Obwohl die Krankheit schon seit 100 Jahren bekannt ist und dem japanischen Pathologen und Chirurgen Hakaru Hashimoto ihren exotischen Namen verdankt, der für uns hierzulande wie eine Smartphone-Marke klingt, rätseln die Experten bis heute über die Ursachen.

Mögliche Ursachen und Gründe für die Erkrankung

„Wir befinden uns da alle völlig auf hoher See“, sagt Christian Kasperk. Er ist leitender Oberarzt der Klinik für Endokrinologie, Stoffwechsel und Klinische Chemie an der Uni Heidelberg, die seit Jahrzehnten an ihrem interdisziplinären Schilddrüsenzentrum forscht und erfolgreich behandelt. „Viele Fragen sind nach wie vor offen. Als mögliche Gründe gelten bakterielle oder virale Infektionen, eine Dysfunktion der Nebennierenrinde und Stress. Auch Nahrungsbestandteile im Darm können Antikörper hervorrufen. Bewiesen ist aber nichts davon.“

Hashimoto: Was Wissenschaftler über die Krankheit relativ sicher sagen können

Hashimoto kann familiär gehäuft auftreten und eine Generation überspringen. Am meistens tritt die Krankheit im Alter zwischen 20 und 60 Jahren auf. Frauen leiden darunter acht bis zehn Mal häufiger. Oft bricht Hashimoto in hormonellen Umbruchphasen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahren aus und bringt den Hormonhaushalt gehörig durcheinander. Nicht selten tritt sie gemeinsam mit anderen Autoimmunkrankheiten wie Morbus Addison, Zuckerkrankheit oder Zöliakie auf.

Fehlende Diagnose? Typisch Hashimoto!

Mit einer Hormontherapie lässt sich Hashimoto eigentlich gut behandeln. Als eine Krankheit mit vielen Gesichtern wirkt sich Hashimoto für die Betroffenen jedoch aus mehreren Gründen negativ aus, falls Ärzte sie nicht rechtzeitig erkennen. Dass sie zudem schmerzlos verläuft, ist in diesem Zusammenhang nicht etwa von Vorteil. Es ist der Grund dafür, dass zu Beginn kaum Symptome auftreten und Beschwerden erst im fortgeschrittenen Stadium zu entdecken sind – wenn die Schilddrüse in ihrer Funktion bereits ausfällt.

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