Mensch Kaktus! Du stachelige Wunderblume!

Diese Ausgabe von LEBENLANG steht ganz in der Symbolik des Kaktus, dieser stacheligen Pflanze, die an Orten überdauert und wächst, an denen andere Pflanzen verwelken, verbrennen oder erst gar nicht wachsen.

Robust und stachelig wie ein Kaktus

Häufig lieben wir Pflanzen, die sich durch ihre besondere Schönheit hervortun, also nicht unbedingt Kakteen. Der Kaktus ist keine mythenumwobene Pflanze, wie es, zum Beispiel, die Rose oder die Lilie ist. Eine Geschichte jedoch könnte vielleicht dem einen oder anderen bekannt sein, nämlich die des kleinen Kaktus, der von einem Jungen mit einem Stein belegt wird und der von nun an mit diesem Stein wachsen und leben muss. Aus dem Gefühl der Überlegenheit heraus setzt der Junge dieser kleinen zarten, aber stacheligen Pflanze eine große Bürde auf, von der sie sich niemals mehr befreien können wird. Der Kaktus wächst und gedeiht trotz des Steines auf dem Rücken und neutralisiert das Gewicht dieses Steines durch die eigene wachsende Lebenskraft.

Wenn der Mensch ein Kaktus wäre

Wir Menschen leben wie kleine Kakteen und wissen nicht, wann wir von wem welche Bürde aufgetragen bekommen, mit der wir das Leben weiter bestreiten müssen. Wichtig ist es, zu wissen und daran zu glauben, dass der Mensch mit seinen Lebensaufgaben wächst und dass ihm kein Stein zu schwer ist. Die menschliche Stärke entfaltet sich von innen heraus, und zwar auf der Grundlage der eigenen Überzeugungen. Wie stark der Mensch auch sein mag, so zart, verletzlich und zerbrechlich ist er. Das Leben birgt genug Aufgaben für jeden von uns, weshalb es falsch ist, einander zusätzlich mit weiteren Bürden zu belasten und sich gegenseitig das Leben unerträglich zu machen. Mit Aufmerksamkeit, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Güte erweichen die Stacheln des Gegenübers. Wir müssen uns gegenseitig dabei helfen, diese Steine loszuwerden oder zu lernen mit ihnen zu leben, Schwierigkeiten zu besiegen, zu gedeihen und zu wachsen.