Pflegende Angehörige zwischen Fürsorge und Selbstfürsorge

Wie ist die Lage für pflegende Angehörige? Rund 2,5 Millionen Menschen pflegen ihre schwer erkrankten oder altersgebrechlichen Angehörigen zu Hause. 1,65 Millionen der pflegenden Angehörigen sind Frauen. Ein Drittel davon steht zusätzlich im Berufsleben und jede Vierte muss ihre Arbeit gar aufgeben oder reduzieren. Wir werfen einen Blick auf die Situation von pflegenden Angehörigen.

  • Text: Claudia Poguntke

Viele pflegende Angehörige an der Belastungsgrenze

„Fast 40 Prozent von ihnen fehlt Schlaf, 30 Prozent fühlen sich in ihrer Rolle als Pflegende gefangen, und jedem Fünften ist die Pflege eigentlich zu anstrengend. Nicht von ungefähr wünschen sich 60 Prozent der pflegenden Angehörigen Unterstützung bei der Pflege“, bekräftigt der Autor des Pflegereports, Prof. Heinz Rothgang von der Universität Bremen.

Hilferuf pflegender Angehöriger

Zwischen November 2018 und März 2019 nahmen 1.429 Menschen an einer der bislang größten Befragungen pflegender Angehöriger teil. Zwei Drittel der Befragten sprachen von einer hohen Gesamtbelastung. Etwa die Hälfte gab an, körperlich darunter zu leiden, mehr als 70 Prozent der Befragten fühlen sich stark bis sehr stark emotional belastet. „Einige Menschen haben nicht nur den Fragebogen ausgefüllt, sondern uns auch angerufen und erzählt, wie alleingelassen sie sich mit ihren Sorgen und Anliegen fühlen“, erzählt die Studienleiterin Professor Dr. Sabine Bohnet-Joschko von der Universität Witten/Herdecke.

Gewalt in der häuslichen Pflege

Gewalt und Aggression in der häuslichen Pflege ist ein Tabuthema. Vielen passiert es, aber keiner spricht darüber. Zu groß sind Scham und Schuldgefühle. Dabei werden die Grenzen zwischen Versorgung und Verzweiflung in den meisten Fällen unabsichtlich überschritten. Emotionale Eskalationen sind ein Zeichen von Überforderung, Hilflosigkeit und Verzweiflung – und zwar auf beiden Seiten.

Gewaltprävention für pflegende Angehörige

Der Vorstandsvorsitzende des Zentrums für Qualität in der Pflege, Dr. Ralf Suhr, plädiert für gezielte Hilfsangebote und eine Aufklärung über Gewaltprävention: „Pflegende Angehörige müssen wirksamer unterstützt werden. Denn Pflege kann schwierig sein und auch mit negativen Emotionen einhergehen. Es ist bedeutsam, solche Gefühle zu erkennen und zu lernen, wie man damit umgehen kann.“

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