Altersarmut kann jeden treffen

In jungen Jahren denkt kaum jemand daran Rücklagen für einen später möglichen eigenen Pflegefall zu schaffen. Häufig ist dies auch nicht möglich. Aufgrund eines knappen Einkommens, regelmäßigen Anschaffungen und Ausgaben, oder aus anderen Gründen. Wer selbst einen Angehörigen Pflegen muss, wird schnell merken, wie sich dies auf die eigene finanzielle Situation auswirken kann. Das Pflegepersonal von heute ist gleich in zwei Punkten von Armut im Alter betroffen. Sie erhalten aktuell sehr geringe Löhne. Dies reicht nicht aus, selbst für eine drohende Armut im Alter vorzusorgen. Zudem sehen sie jeden Tag in ihrem Beruf, welche Auswirkung die finanzielle Notlage in all diesen Fällen haben können. Auf der einen Seite leben die Menschen immer länger und bleiben auch länger gesund. Doch die Statistiken zeigen auch, dass dies zu einem demografischen Wandel führt. Zudem ermöglicht dieser Wandel aber auch, neue Wege gehen zu können.

Quereinstieg in die Pflege

Der Pflegeberuf ist seit langem ein Thema. Ob in der Politik oder in privaten Unterhaltungen. Zu wenig Personal, zu lange Arbeitszeiten, zu viele Menschen, die von einer Pflegekraft betreut werden. Diese Notlage hat allerdings auch dazu geführt, dass es neue Programme gibt. Diese sollen den Quereinstieg in die professionelle Pflege bieten. Vom mobilen Pflegedienst über den Einstieg in den Personalmarkt von Pflegeheimen und -Einrichtungen bis hin zur privaten Pflege gibt es vielseitige Möglichkeiten. Diese Programme führen dazu, dass heute schon zahlreiche Menschen mittleren Alters in die Pflegeberufe einsteigen. Insgesamt sind 80 Prozent der pflegenden Arbeitnehmer weiblich. Besonders häufig steigen sie dann in den Pflegeberuf ein, wenn die Kinder groß genug sind, oder sie selbst einen Angehörigen gepflegt haben. So kann dies tatsächlich eine Chance auf einen Neuanfang oder den beruflichen Wiedereinstieg bedeuten.

Den Anschluss genutzt und nun?

Hier schließt sich allerdings wieder der Kreis zur Altersarmut. Denn gerade dieser Personenkreis hat eine Lücke im Berufsleben. Die Auszeiten können später finanzielle Einbußen bedeuten, über die sich viele nicht im Klaren sind. Heute pflegen immer mehr Menschen, die dies als neue Berufschance nutzen. Sie haben viel Lebenserfahrung und sind engagiert. Doch sie haben auch ein Problem. Denn der Stress und die Dauerbelastung führt oft dazu, dass viele der Pflegenden das Rentenalter im Beruf nicht erreichen. Zudem kommt zwar immer mehr „Nachwuchs“ in den Pflegebrufen durch Auszubildende nach, aber Prognosen zeigen, dass dies die Lücken im Pflegebereich nicht schließen können. Im Durchschnitt sind Pflegestellen im Jahr 167 Tage unterbesetzt. Auf 100 offene Stellen in den Arbeitsämtern kommen 32 Arbeitssuchende in der Altenpflege. Es ist also ein zweischneidiges Schwert. Denn sowohl finanziell als auch im Bereich der Pflege herrscht Mangel. So kann die Altersarmut auch auf eine andere Weise definiert werden.

Den Lebensstandard sichern

Immer mehr müssen privat vorsorgen, um später den Lebensstandard halten zu können. Dies ist aber durch steigende Kosten und nicht angepasste Gehälter nicht immer machbar. Es ist also dringend nötig, dass sich in diesem Bereich viel verändert.