Bundestagswahl und Pflege – so gehören sie zusammen

Natürlich werden in Wahlkampfphasen gerne soziale Themen aufgegriffen, die die gesamte Gesellschaft betreffen. Gerade die Pflege und alle dazu gehörigen Unterthemen werden dann gerne medienwirksam aufbereitet. Viele der Ansätze, welche die Parteien im Rahmen dessen ausarbeiten, haben sehr gute Ansätze. Reformen und mehr Flexibilität in Sachen Wahlfreiheit bei Pflegeeinrichtungen wären erste wichtige Punkte, die dringend beachtet werden sollten. Sicherlich ist es aber auch so, dass viele Wähler Bedenken haben. Diese Sorge ist nicht ganz unbegründet, denn nach einer Wahl zeigt sich schnell, welche Prioritäten gesetzt werden. So unterschiedlich die Ansätze der einzelnen Parteien sind, so vielseitig ist auch das Thema der Pflege insgesamt. Zum Einen sollten dringend bessere Arbeitsbedingungen für Pflegepersonal und Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen geschaffen werden. Weiterhin müsste ein Anreiz geschaffen werden, dass der Beruf der Pflegekraft für Auszubildende wieder attraktiver wird. Neben Arbeitszeiten, Arbeitsbedingungen und Lohn liegen aber noch weitere Baustellen offen.

Förderungen und Mehrgenerationskonzepte

Die Bildung von Immobilien, in denen mehrere Generationen unter einem Dach leben können, ist ein Ansatz der sich auch in den letzten Jahren stark entwickelt hat. Zudem könnten Förderungen in diesem Bereich helfen, auch Orte für Begegnungen zu schaffen. Öffentliche Einrichtungen oder freiwilliges Engagement im Ehrenamt könnte so auch attraktiver werden. Darüber hinaus sollen auch pflegende Angehörige in Zukunft mehr Unterstützung erhalten. Dabei könnte eine Option ein Konzept darstellen, das finanzielle Zuschüsse bietet. Ähnlich wie beim Elterngeld könnten pflegende Angehörige so Gelder beantragen und erhalten, denn die Pflege eines Angehörigen kann sowohl zeitlich als auch finanziell ein großer Aufwand darstellen. Neben diesen Punkten sollen auch die digitalen Medien verstärkt ausgebaut werden. So soll eine Vernetzung und Digitalisierung auch den bürokratischen Weg verkürzen und erleichtern. Ambulante Pflegedienste sowie pflegende Angehörige könnten so entlastet werden.

Was die Wähler fordern

Die Politik ist nicht immer nah am Menschen und viele Politiker sind ebenfalls nicht selbst vom Thema Pflege betroffen. Wähler fordern daher bestimmte Punkte, die vor allem für sie wichtig sind. Dabei fällt auf, dass sie sich vor allem mehr ernsthaftes Interesse am Pflegethema wünschen. Denn generell kann jeder zum Pflegefall werden. Zudem ist auch die Pflegequalität ein wichtiger Faktor, der den Wählern am Herzen liegt. Im Blick steht vor allem die Qualität, denn diese hat im Pflegebereich nicht den besten Ruf. Vor allem Menschen, die im direkten Kontakt zu Pflege stehen, oder standen, geben an, dass sie mit der Pflegequalität nicht zufrieden sind. Den Grund sehen dabei die Wähler vor allem in den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung. Weiterhin sehen die Wähler Handlungsbedarf im Pflegeanspruch. Über 70 Prozent der Befragten möchten gerne zuhause gepflegt werden. Dabei ist dies aber nicht immer realisierbar. Daraus resultiert auch die Angst davor, später im Pflegefall von anderen, oder von Fremden abhängig zu sein. Darüber hinaus wünschen sich viele auch mehr Aufklärung rund um das gesamte Thema, um selbst mehr darüber zu wissen.