Die Architektur, die heilen kann

In einem kargen Raum, mit wenig Lichteinfall und kleinen Fenstern fühlt sich kaum jemand wohl. Ist er dann noch mit einem kühl wirkenden Anstrich oder Bodenbelag versehen, kommt direkt ein unbehagliches Gefühl auf. Auch große Räume, wie Hallen können sich unangenehm anfühlen, wenn sie ungünstig geplant wurden. Ein Raum, der mit ideal gesetzten Fenstern viel Licht bietet wirkt dagegen deutlich einladender. Entspannter fühlt sich der Mensch, wenn die Farben zum Raumkonzept passen. Dabei spielt allerdings die architektonische Gestaltung der gesamten Immobilie eine tragende Rolle. In der Tat ist es offenbar so, dass der Aufbau und die bauliche, architektonische Gestaltung eines Hauses, oder einer Wohnung einen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden und die Gemütswelt haben kann. Es gibt Forschungen, die sich damit beschäftigen, welchen Einfluss die Beschaffenheit und Planung eines Raumes für die Genesung von Patienten haben kann.

Bessere Heilungschancen in perfekt geplanten Räumen

Es drängt sich nun die Frage auf, wie diese Räumlichkeiten und Häuser gebaut werden sollten, damit die Patienten sich wohlfühlen können. Zudem soll aus diesem Wohlempfinden resultieren, dass die Heilung besser voranschreiten kann. Auch in der Pflege kann dies ein wichtiges Thema sein. Das ideale bauliche Umfeld, soll den Heilungsprozess unterstützen können. Bei Auswertungen wurde festgestellt, dass Patienten, die nach einer Operation in einem Zimmer genesen durften, das ein angenehmes Gefühl vermittelt, schneller gesundeten und vor allem weniger Schmerzmittel benötigten. Im Vergleich dazu, benötigten andere Operierte, in einem weniger attraktiven Raum deutlich länger, um sich von der OP zu erholen. Die TU in Berlin hat hierfür sogar einen eigenen Forschungsbereich eingerichtet. Neben der Wirkung auf die Heilung profitiert auch das Personal von einer angenehm gestalteten Umgebung.

Das Gesamtpaket ist entscheidend

Neben der Innenarchitektur spielt das gesamte Erscheinungsbild von Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern mit ein. Denn auch der Ausblick ist wichtig, damit sich ein gutes Gefühl einstellen kann. Die Gestaltung der Innenhöfe, der Aufbau des gesamten Komplexes sowie viele kleine Details beeinflussen dabei die Wirkung. Neben der Gestaltung der Gebäude muss natürlich auch die Zweckmäßigkeit gegeben sein. Um die Patienten ideal medizinisch versorgen zu können, muss dieser Aspekt ebenfalls berücksichtigt werden. Neu konzipierte Gebäude sollen künftig anhand der gemachten Erkenntnisse geplant und gebaut werden. Zudem sollen auch für die Mitarbeiter und das Pflegepersonal entsprechende Attribute mit einfließen, sodass auch sie sich motivierter und wohler fühlen können. Eine große Problemstellung bietet sich allerdings, wenn Pflege und Krankeneinrichtungen in Kombination verbunden sind. Sehbehinderte Menschen müssen ein passendes Umfeld vorfinden, um sich orientieren zu können. Für andere Patienten kann diese Gestaltung aber zu einem Hindernis werden. Daher ist eine gute Planung, von möglicherweise klar abgegrenzten Arealen sinnvoll. Besondere Krankheitsbilder erfordern ebenfalls besondere architektonische Maßnahmen. So wurde festgestellt, dass Menschen mit Suizidgedanken in einer angemessenen Umgebung ihren Lebenswillen wieder finden können. Auch das Nachahmen eines Selbstmordes könnte so verhindert werden. Weitere interessante Themen finden Sie auch in unserem Lebenlang Magazin.