Lebenslang lernen auch im hohen Alter

Was es mit dem Lernen im Alter auf sich hat und weshalb Weiterbildung die beste Altersvorsorge ist, welche Arten des Lernen es gibt und wie man effizient sein Wissen erweitert, haben wir kompakt für Sie zusammengefasst.

Wissen heißt nicht nur Auswendiglernen

Die Aufnahme von Wissen geschieht längst nicht nur dann, wenn wir uns mit Vokabellisten, Jahreszahlen oder Gedichten an einen Tisch setzen und erst dann wieder aufstehen, wenn wir sie im Kopf haben. Deshalb unterscheidet die Wissenschaft zwischen intentionalem, also absichtlichem, und implizitem Lernen. Letzteres bedeutet, dass wir uns auch dann Wissen aneignen, wenn wir gar nicht davon merken.

Schnell gelernt und schnell vergessen

Einerseits ist das Auswendiglernen eine effektive Möglichkeit, möglichst schnell etwas in sein Gedächtnis zu bekommen – was beispielsweise bei Vokabeln wunderbar funktioniert. Andererseits besteht die Gefahr, dass man das Gelernte genauso schnell wieder vergisst, nämlich dann, wenn man überhaupt nicht erfasst, was man gerade lernt. In dem Fall sind nämlich drei Viertel von dem, was wir so mühsam und zeitintensiv auswendig gelernt haben, nach nur einer Woche wieder aus unserem Gehirn verschwunden.

Lernen mit der LOCI-Methode

Statt des stupiden Memorierens von Wissen gibt es zahlreiche Methoden, die einen dauerhafteren Lernerfolg versprechen. Ein Schlüssel ist beispielsweise, sich etwas mit der Unterstützung von Sinneswahrnehmungen einzuprägen. So kann man etwa zur Loci-Methode greifen, die so gut wie jeder Gedächtnissportler anwendet. Dazu verbindet man den Lerninhalt mit einer bekannten Wegstrecke oder Räumlichkeit, indem man in seinem Gedächtnis Stichpunkte an bestimmten markanten Orten ablegt. Zwar besteht bei dieser Methode auch die Gefahr, das Gelernte irgendwann zu vergessen, aber zumindest bleibt es länger im Gedächtnis als das, was man lediglich anhand geschriebener Wörter gelernt hat.

Lernen im Alter

Es ist übrigens ein weit verbreiteter Irrtum, dass es mit steigendem Alter nicht mehr möglich ist, Neues zu lernen. Der durchschnittliche Mensch über 50 ist durchaus noch in der Lage, sein Wissen und seine Fähigkeiten zu erweitern. Neben gesunder Ernährung, sportlicher Betätigung und geringem Alkoholkonsum gibt es übrigens eine sehr simple Methode, sein Gehirn auch in hohem Alter lernfit zu halten: das Lernen selbst.

Dieser Artikel ist erstmals in der LEBENLANG-Ausgabe No. 4 erschienen und hat es ins Best-of der Jubiläumsausgabe 2020 geschafft. Hier geht’s zur goldenen LEBENLANG-Ausgabe.