Gesundheitscoach im Taschenformat

Am 8. November 2017 war der Welt-Antibiotika-Tag. Und genau an diesem Tag ging der antibiotika.coach als digitaler Patientenbegleiter für eine sichere Behandlung bei Infektionen an den Start. Die Zusammenarbeit zwischen Patient, Arzt und Apotheker wird durch die App erleichtert. Sie wirkt damit auch der weltweit sich ausbreitenden Antibiotikaresistenz entgegen. Bakterien sind wahre Überlebenskünstler, denn sie haben die Fähigkeit sich rasend schnell zu vermehren. Noch dazu werden sie immer resistenter gegen äußere Einflüsse, was sie unglaublich gefährlich macht. Allein in Deutschland sterben jedes Jahr zwischen 7.500 und 15.000 Patienten an Infektionen, die nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden können. Bakterien existieren in unserer Welt seit Anbeginn der Zeit und sie haben sich seit Jahrtausenden immer weiterentwickelt, angepasst und modifiziert. Sie haben daher eine hohe Flexibilität entwickelt, um sich gegen Umwelteinflüsse zu behaupten. Bakterien sind für viele Vorgänge in der Natur und auch in uns Menschen besonders wichtig. Gefährlich werden sie erst für uns, wenn das Gleichgewicht ins Schwanken kommt, wir von bestimmten Bakterien zu viel oder zu wenig haben. Inzwischen werden Keime durch ihre Fähigkeit zur Mutation immer resistenter. Aber warum?

Ein Grund ist möglicherweise die falsche Einnahme der Antibiotika. Statt abgetötet zu werden, gewöhnen sich die Keime an das Antibiotikum und nutzen die Gelegenheit zur Mutation. Die Medizin heilt so nicht mehr, sondern sie wird zum Training für die Bakterien. Um den Patienten bei der richtigen Einnahme zu unterstützen, wurde antibiotica.coach entwickelt. Die App entstand in Basel in Zusammenarbeit der Firma doc.coach mit einem Team aus Ärzten und Apothekern. Dort ist sie übrigens bereits seit Ende vergangenen Jahres erfolgreich im Einsatz. In Deutschland wird der Service, der für Patienten und Apotheken kostenlos ist, gemeinsam mit dem offiziellen Partner 1 A Pharma angeboten. „Wir wollen, dass der Patient sich bei einer Antibiotika-Therapie nicht alleine gelassen fühlt“, sagt André Gerber von doc.coach. „Er ist krank, um ihn muss sich gekümmert werden, und er muss mit Sorgfalt und Einfühlungsvermögen motiviert werden.“ Und auch mit Humor und Aufmunterung, denn wer ist schon gerne krank?

  • Text: Dana Heidner