Bezahlbare Medizin

„Der meistgehasste Mann Amerikas“. Es ist der Titel, der Martin Shkreli 2015 vom Internet verliehen wurde. Den gab es nicht etwa für Kapitalverbrechen, wie Mord oder Banküberfälle. Shkreli hob den Preis eines lebensrettenden Medikamentes um rund 5.000 %. Einfach, weil er es konnte. Die Pharma-Industrie genießt daher einen zweifelhaften Ruf. Tatsächlich ist es möglich, dass sie völlig überzogene Medikamentenpreise ansetzt. Der Gesetzgeber hat versucht, dem einen Riegel vorzuschieben. In vielen, aber nicht in allen Fällen mit Erfolg. Als Verbraucher ist einem die Höhe eines Medikamentenpreises durch die Pflicht der Krankenversicherungen häufig gar nicht bewusst. Ohne es zu bemerken, sind wir aber Teil einer großen Industrie, deren Handlungsweisen und Tätigkeiten für die breite Öffentlichkeit meist im Verborgenen bleiben. Nur wenige von uns wissen, wie ein Medikamentenpreis tatsächlich entsteht.

2012 beliefen sich die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen auf knapp 28 Milliarden Euro. Ein Geschäft, das zu Zahlenspielen und hohen Preisspannen einlädt. Extreme Wucher wie in den USA, versucht der Gesetzgeber aber einen Riegel vorzuschieben. Hier in Deutschand kann nur bei der Markteinführung eines neuen verschreibungspflichtigen Medikaments der Hersteller den Preis seines Präparats selbst festlegen. Danach wird der Preis über das AMNOG, entsprechend des Zusatznutzens, geregelt.

Mehr zum Thema Preisgestaltung in der Pharma-Industrie lesen Sie im folgenden Beitrag von Martin Pieck.