Was ist uns die eigene Gesundheit wert?

Gesundheit ist in Deutschland ein hohes Gut. Die eigene Gesundheit ist den Menschen einiges wert. Nicht nur Meinungsumfragen bestätigen das, sondern auch unser Gesundheitssystem, welches eines der teuersten der Welt ist. Mehr als elf Prozent des BIP werden für Ärzte, Krankenhäuser und Medikamente ausgegeben. Allein 230 Milliarden Euro fließen jährlich in die gesetzlichen Krankenversicherungen und 87,8 Milliarden Euro wurden im letzten Jahr für stationäre Behandlungen im Krankenhaus aufgewendet; das sind Angaben des Statistischen Bundesamts zufolge 4,3 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Umgerechnet auf einen Patienten gibt Deutschland mit knapp 4.700 Euro fast 40 Prozent mehr Geld aus, als andere Länder. Eigentlich sind wir in Deutschland gut versorgt, haben beste Bedingungen, um ein gesundes Leben zu führen. Dennoch sind die Deutschen im internationalen Vergleich nicht viel gesünder als andere Nationen.

Dr. Eckart von Hirschhausen im Interview

Der bekannte Mediziner und Moderator Dr. Eckart von Hirschhausen sieht darin eine „Grundabsurdität“, denn eigentlich wüssten wir ja alle, was uns gut täte. Wir sind aufgeklärt, haben Zugang zu Wissen und medizinscher Versorgung. Dr. Eckart von Hirschhausen rät, diesem Widerspruch mit Humor zu begegnen, denn mit Humor würden die Menschen besser verstehen, was mit gesundheitlicher Vorsorge und der eigenen gesundheitlichen Zukunft gemeint ist. Dieser sollte man mit Humor begegnen und weniger mit mahnenden Worten. Denn die würden Menschen nur abschrecken. Die Weltgesundheitsorganisation versteht unter Gesundheit einen Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechens meint. Es klingt fast wie ein unerreichbarer Zustand oder eine Phantasie, denn wer kennt schon jemand in seinem Umfeld, der seine Gesundheit mit jeden Eigenschaften beschreiben würde? Obwohl im Gesundheitswesen viel Geld steckt, wird es den Bedürfnissen der Patienten oftmals nicht gerecht. Es wird falsch investiert: „Es sollte der ethische Standard sein, dass Patienten als informierte Entscheider mitwirken. Doch in der Realität ist die Kommunikation oft desaströs“, resümiert Dr. Eckart von Hirschhausen.